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Dritter Band.
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8 136 . Drittes Kapitel: Westeuropa im Kampfe gegen das spanisch-katholische System. 227

Halter Albrecht. Die Niederlande sollten so einen selbständigen Staat bilden,aber an Spanien zurückfallen, wenn die Ehe kinderlos bliebe. Die süd-lichen Provinzen ließen sich diese Anordnungen gefallen; die Unionstaatenaber verwarfen den trügerischen Plan und beharrten im Kriegszustande.

Das war die Lage, als Philipp II. starb: er hinterließ sein großes 's.S°pt.iA,Königreich in vollem Niedergang (8 160), die befreiten Niederlande aberiu glänzendem Aufschwung.

8 138. Die Anerkennung des «ordniederländischen Staates. DenS°KS-§Frieden brachte Philipps Tod freilich noch nicht. Nachdem der Papst denDispens erteilt hatte, fand die Vermählung des ehemaligen Kardinals AMi isssin Valencia statt; dann hielt er seinen Einzug in Brüssel und nahm den S-pn ussFeldzng gegen die Niederlande energischer wieder aus, da der Friede vonVervins (§'149) Spanien von dem'gleichzeitigen Kampf gegen Frankreichbefreit hatte. Moritz von Oranien wandte sich gegen die Küstenplätzeder südlichen Niederlande, um womöglich wieder mit Frankreich anzu-knüpfen, gewann auch die Schlacht bei Nieuport, vermochte aber s. Jun iEdiese Stadt nicht zu nehmen. Dagegen eroberte der spanische FeldherrAmbrosia Spinola, ein Genuese, das drei Jahre lang von einerholländisch-englischen Besatzung tapfer verteidigte Ostende. 2o.S°pt.i«4

Inzwischen war Elisabeth von England gestorben, und ihr Nachfolger s »pra isosJakob I. schloß Frieden mit Spanien (Z 158). So standen die Nieder- 12 .Aug.moiländer wieder allein, aber auch Spanien war erschöpft. Zu beachten sinddabei noch die großen Erfolge der Niederländer und Engländer (§ 138, 159)zur See, durch die beide den Grund zu ihrer Handelsgröße legten.

Da den Niederländern die Einfahrt in die spanischen und portugiesischenHäfen untersagt und dadurch der Zwischenhandel mit den ostindischen EWaren, auf dem Hollands Wohlstand zu gutem Teile beruhte, gestörtwurde, so suchten sie selbst den Weg nach Indien und betrieben diedirekten Handelsverbindungen mit solchem Erfolg, daß sie bald Nieder-lassungen anlegten und viele der früher portugiesischen Besitzungen ansich brachten: für diesen Handel wurde die niederländisch-o st indi-sche Kompagnie gegründet. Aber auch nach Westindien gingen die im?holländischen Schiffe und bedrohten so überall den portugiesischen undspanischen Handel 138). Jakob van Heemskerk gewann im HafenGibraltar einen glänzenden Sieg über eine spanische Flotte, den er Eallerdings mit dem Leben bezahlte.

Dazu kamen die traurigen Zustände in den südlichen Niederlanden «aa^in(Belgien). Die „Erzherzoge" (so nannte man Albrecht und Clara Jsabella) N>°d°rl°n-waren erfüllt von spanischem Hochmut und hatten trotz guten Willensfür die Bedürfnisse des Landes kein Verständnis. Sie führten ein strengkatholisches Regiment, das den Aberglauben und Fanatismus förderte,und verwendeten große Summen für ihren Hofhält und zur Gründungvon Klöstern und Kirchen, statt die Schäden des langen Krieges zu heilen.

Weite Strecken des Landes lagen wüste, und die Küsten, z. B. die Schelde-wündung, wurden von der übermächtigen holländischen Flotte gesperrt.

Diese Umstände trieben Albrecht zum Frieden. In den Niederlandenkviderstrebte zwar Moritz einem Friedensschluß aus Besorgnis, daß diearistokratisch-partikularistischen Elemente in den Bürgerschaften zu sehrerstarken und die Staatseinheit und seine eigene Machtstellung gefährdenkönnten, aber die Generalstaaten unter Führung Oldenbarneveldts, der

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