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Dritter Band.
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262 Zweites Buch: Zeitalter der Gegenreformation (1555—1618). Z 158.

Insten. Die Kugeln von den stark schwankenden hohen spanischen Schiffen gingen über diekleinen englischen Schiffe hinweg, während deren Geschosse sicher trafen.

RUSjug Medina Sidonia entschloß sich zum Rückzug. Der starke Südwestwind hinderte den Weg

durch den Kanal; auch hätte er hier eine zweite Schlacht liefern müssen, wozu die Munitionnicht ausreichte: so wählte er den Weg um Schottland. Hierbei hatte die Flotte an derschottischen und irischen Küste unter Stürmen furchtbar zu leiden, so daß nur ein geringerRest nach Spanien zurückkehrte. Philipp wahrte äußerlich seine Ruhe; er empfing denAdmiral mit den Worten: »Fassen Sie sich; wir haben Sie gegen Menschen, nicht gegenStürme und Klippen gesandt."

B-demung Tatsächlich war aber die Vernichtung der Armada ein furchtbarer

Niederlage Schlag für Spanien; sie hatte für Spanien eine ähnliche Bedeutung wieder russische Feldzug für Napoleon: der Wendepunkt in den Ge-schicken Westeuropas war gekommen. Der Gedanke eines katholischenWeltreiches war zerronnen: nicht England allein wahrte seine Freiheit,nun siegten auch Heinrich IV. in Frankreich (8 148) und Moritz von Oranienin den Niederlanden (8 135). Spaniens Niedergang war entschieden: esstrebten mächtig empor Frankreich zu Lande, England und Holland aus denMeeren. England hatte alle Ursache, den Sieg zu preisen, nicht allein,weil er eine furchtbare Gefahr abgewandt hatte, sondern weil er gewonnenwar durch die Betätigung der sittlichen und geistigen Kräfte, die den Auf-schwung der Nation bringen mußten. Es sind im Grunde dieselben Kräfte,die 1813 und 1870 über Frankreich siegten, die in Abschüttelung der Fremd-herrschaft die Nationen erst recht schaffen (II, 8 274, 336, 351, 374).

u^Spaw-ns 8 158. Ausgang des Krieges gegen Spanien und Tod der Elisa-Unter- beth. An der entscheidenden Bedeutung der spanischen Niederlage ändertezur S»" auch die Tatsache nichts, daß Philipp noch nicht an den Verzicht auf seinePläne dachte, sondern noch zehn Jahre um ihre Erfüllung rang. SeinHauptaugenmerk richtete er dabei von jetzt an auf Frankreich, wo derThronwechsel neue Aussichten eröffnete (8 148); an zweiter Stelle standenihm die Niederlande, erst an dritter England. Auf der anderen Seiteregte sich gerade hier die Angriffslust der vorwärts drängenden Kräftestärker. Man unterstützte Heinrich IV. und die Niederländer; wichtigeraber waren die Züge der englischen Seehelden.

,589 Franz Drake segelte mit 120 Schiffen ab, um den portugiesischen Prätendenten Antonionach Portugal zu bringen (Z 124); das Unternehmen war gewissermaßen der Gegenschlaggegen die Absendung der Armada. Drake erbeutete in Coruna gewaltige Kriegsvorräte, ver-mochte aber Lissabon nicht zu nehmen. In kühnen Fahrten griffen private Unternehmer,nur selten von der Krone unterstützt, die spanischen Kolonien an. So fuhr Walter

W95,159« Raleigh nach Guyana, Trinidad und dem Orinoko, Drake und Hawkins nach Portorico undder Landenge von Panama, ein Unternehmen, bei dem beide ihren Tod fanden. Als dannPhilipp daran dachte, von Calais aus eine neue Landung in England zu versuchen, führteder eifrigste Vertreter der antispanischen Kriegspolitik, Graf Essex, unter dem Howard159« und Raleigh kommandierten, eine große englisch-niederländische Flotte nach Cadiz. Sieeroberten die Stadt und vernichteten Schiffe und Kriegsmaterial von hohem Werte. Imis -,7 nächsten Jahre sollte eine spanische Flotte von Ferrol und Lissabon aus nach England fahren;der Gegenzug Englands, an dem wieder Essex und Raleigh beteiligt waren, ging bis nachden Azoren: beide Unternehmen scheiterten infolge furchtbarer Stürme.

^ulstanoi« Die spanischen Landungspläne standen auch in Verbindung mit denVorgängen in Irland. Der hier im Jahre 1579 abgebrochene Auf-stand (8 156) war mit unmenschlicher Grausamkeit niedergeworfen wordenund hatte zu ausgedehnten Güterkonfiskationen und Ansehung englischerKolonisten geführt, eine Maßregel, die zahlreiche irische Bauern zu Tage-löhnern herabdrückte. Als nun noch die anglikanische Kirche gewaltsam ein-is9s geführt werden sollte, entstand unter Hugh O'Neille, Grafen von Throne,