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Dritter Band.
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Viertes Kapitel: Der Norden und Osten Europas.

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vor dem Frieden von Brömsebro 5—600 000 Reichstaler, nachher 70—80 000).Der Adel, der den größten Grundbesitz hatte, war abgabenfrei und widersetztesich sogar einer Steuerleistung, als Christian, wie später Friedrich Wilhelm I.von Preußen (H 350), den für das Reich wertlos gewordenen Roßdienst, zudem der Adel verpflichtet war, durch eine Abgabe ersetzen wollte. Auch denReformversuchen zur Hebung des Bürger- und Bauernstandes trat der Adelentgegen und ebenso den Bemühungen des Königs, ein größeres stehendes Heerzu begründen; fürchtete er doch, daß der König'dadurch von ihm unabhängigerwerden könnte. Nur eine Truppe von 5000 und eine Matrosenabteilung von1500 Mann vermochte Christian zu errichten, im übrigen blieb er auf das Adels-aufgebot und die Milizen angewiesen. Als dann im letzten Kriege der Königdie Stände fragte, ob man die sehr ungünstigen Bedingungen Schwedens an-nehmen oder weiterkämpfen sollte, waren die Bürger und Geistlichen für Fort-setzung des 'Kampfes, der Adel für den schmachvollen Frieden. Diesmal trium-phierte noch der Adel; als er aber beim nächsten Kriege ebenso unpatriotischauftrat, brach seine Macht zusammen (Z 248).

L. Schweden und j)olen.

1. Das Aufsteigen Polens.

8 165. Der Anfang des Kampfes um das zerfallende Livland(1555—1561). Gustav Wasa hatte den schwedischen Nationalstaatdurch die Lösung von Dänemark und durch die Einführung der Reformationgegründet (ß 86, 87). Polen hatte im Kampfe gegen den DeutschenOrden durch die Erwerbung Pomerellens den lang ersehnten Zugang zurOstsee erreicht und die Lehnshoheit über den preußischen Ordensstaat gewonnen(ll, § 319); auch das neue Rußland hatte in ähnlicher Weise nach derOstseeküste vorzudringen versucht (II, 8 374). Alle drei Mächte stießen nunfeindlich zusammen bei dem Zerfall der geistlichen Herrschaftenin Livland.

Als das Deutschordensland Preußen unter Beibehaltung der polnischenLehnshoheit in ein weltliches Herzogtum verwandelt wurde (§ 47), blieb inLivland, unter welchem Namen auch Esthland und Kurland mitbegriffenwurden, ein Rest des Ordensstaats bestehen. Außer dem Landmeister hatten abernoch landesherrliche Rechte der Erzbischof von Riga und die Bischöfe von Dorpat,Kurland und Ösel; dazu besaßen die Städte Riga, Dorpat und Reval eineziemlich große Selbständigkeit und der weltliche Adel, die Ritterschaft, bedeutendeRechte. Die Kultur der herrschenden Kreise war deutsch; die Letten und Esthenlebten als leibeigene Bauern in harter Abhängigkeit von den deutschen Eroberern,die gar nicht wünschten, daß sie an der deutschen Kultur teilnahmen. Obgleichgemeinschaftliche Landtage gehalten wurden, bestand zwischen den genanntenlandesherrlichen Gewalten keine Eintracht; und das Gefüge dieser geistlichenStaaten wurde ganz untergraben, als seit 1522 die Reformation eindrang unddie Städte, die weltliche Ritterschaft, auch ein großer Teil der Ordensritterevangelisch wurden. In den Streitigkeiten, die damit zusammenhingen, ver-schärfte sich der Zwiespalt, namentlich der zwischen dem Landmeister und demErzbischof von Riga; eben diese gegenseitige Eifersucht aller Landesherren machteaber auch eine Säkularisation, wie sie in Preußen erfolgt war, unmöglich.

Als der Erzbischof Wilhelm (von Brandenburg), ein Bruder desHerzogs Albrecht von Preußen, im Widerspruch mit einem Landtags-beschluß von 1546, der die Wahl eines ausländischen Fürsten zum Erz-bischof untersagte, den Prinzen Christoph von Mecklenburg zum Koadjutor

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Schweden,

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Erster Kampfum Livland