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Dritter Band.
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Viertes Kapitel: Der Norden und Osten Europas.

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gesonderte Regierung haben sollten ; sodann wurde durch die Konstitu-tion von Wädstena ein aus sieben Adligen bestehendes Kollegiumgebildet, das in Abwesenheit des Königs das Reich regieren sollte. Trotz-dem war Schweden bei der Thronbesteigung Sigismunds in Gefahr,ein Anhängsel Polens zu werden, wie es einst ein Anhängsel Dänemarksgewesen war (Z 85); dazu bestand die weitere Gefahr, daß unter dem„Jesuitenkönig" die katholische Reaktion noch weiter vorschreiten würdeals unter seinem Vater, und daß der Adel, auf den sich schon Johann III.gestützt hatte, und aus dem jenes Regierungskollegium genommen werdenmußte, die Macht des Königtums sehr einschränken würde. All daswidersprach dem Ursprung und dem Charakter des von Gustav Wasa ge-gründeten Staates (Z 87). Nun war dessen jüngster Sohn Karl vonSödermanland im ganzen zwar loyaler Lehnsmann seines BrudersJohann gewesen, hatte aber doch dessen Regierungsweise von seinem Gebieteferngehalten, z. B. das Rote Buch (Z 167) nicht eingeführt; er erschienden Schweden deshalb als der echte Sohn des allverehrten Reichsgründersund war sehr volksbeliebt. Jetzt trat er als der Vorkämpfer der natio-nalen Unabhängigkeit, des Protestantismus und des Bürger- undBauernstandes auf. Den sieben Reichsräten verkündete er, daß er alsWasa das Recht auf die Regentschaft habe, er wolle sie jedoch mit ihnenzusammen führen. Sie wagten keinen Widerspruch, und Karl berief nuneine Reichs- und Kirchenversammlung nach Upsala. Diese erklärte dieHeilige Schrift und die Augsburgische Konfession als „einzigen Grund undRegel" der Kirche Schwedens und beseitigte alle katholisierenden Einrich-tungen Johanns: die Schweden feiern diese Beschlüsse als Vollendungihrer Reformation. Als Sigismund dann, begleitet von einem päpstlichenLegaten und einigen Jesuiten, nach Schweden kam, konnte er die Krönungnur erreichen, nachdem er die Beschlüsse von Upsala beschworen hatte; ererklärte jedoch den Eid für erzwungen, kehrte nach Polen zurück und beganndurch Zugeständnisse an den Adel und durch Einsetzung von Statthaltern,denen er große Befugnisse übertrug, die Stellung Karls zu untergraben.

Da beendete dieser, um freie Hand zu erhalten, den nach Ablauf derdrei Jahre (Z 167) wieder ausgebrochenen Krieg mit Rußland durch denohne Sigismunds Zustimmung abgeschlossenen Frieden von Teuf in (beiNarwa) und ließ sich, gestützt aus die Bürger und Bauern, durch denReichstag von Söderköping zum Gubernator des Reiches ernennen;der Reichstag von Arboga, der wieder völlig von den Bürgern undBauern beherrscht war, erklärte alle, die sich widersetzten, für Reichsfeinde.König Sigismund, der auch auf spanische Hilfe rechnete, landete nun mitHeeresmacht in Schweden, wurde jedoch von Karl beiStängebro besiegtund mußte den Vertrag von Linköping schließen. Da er jedoch die hier über-nommenen Verpflichtungen (Berufung eines Reichstages in vier Monaten)nicht hielt und nach Polen zurückkehrte, erklärte der Reichstag von Stock-holm den König für abgesetzt und ernannte den Herzog Karl zum regie-renden Erbf irrsten. Seine adligen Widersacher verfolgte der neue"Bauernkönig" mit grausamer Härte; gegen Sigismund, der ihn natür-lich nicht anerkennen wollte, führte er einen siegreichen Krieg in Livland:dann wurde er vom Reichstag als erblicher König ausgerufen. Damitivar die Gegenreformation in Schweden endgültig gescheitert und das König-tum begründet, dem der letzte große Vorstoß der deutschen Gegenreforma-

Sigismund

1592-1599

1593

1594

Lossage

Schwedens

Mai 1595

Okt. 15951597

25.Sept.1598

1599

Karl IX.1599(1604)-1611

1604