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Zweites Buch: Zeitalter der Gegenreformation (1555—1618). H 184, 185.
Bers ganz preis. Erst 1620 wurde ein Teil ihres Spielplans gedruckt, 1630 folgte einezweite Sammlung ihrer Dramen. Anfänglich werden sie sich ihrer Muttersprache bedienthaben, die in den Kilstenstädten und an Höfen verstanden wurde. Bald waren die Aus-führungen ausschließlich deutsch, wie sich auch die Truppen selbst trotz des Nachschubes ausder Heimat vielfach durch Deutsche und Niederländer ergänzten. Seitdem hat der AusdruckEnglische Komödianten nur noch literarische Bedeutung und wird nach dem DreißigjährigenKriege durch den Namen Hochdeutsche Komödianten abgelöst.
Moritz v. Die erwähnten fürstlichen Gönner der Engländer, der Landgraf Moritz von Hessen-1572 - 1 SS 2 Kassel, der von 1592—1627 regierte, und der Herzog Heinrich Julius von Braun-Heinrich schweig (regierte 1589—1613 in Wolfenbüttel) haben sich beide selbst als BühnendichterBrauMchwelg"^ucht. Von Moritzens Stücken ist keines erhaltep. Die elf Dramen des Braunschweigers1584-isis zeigen ihn zwar durch ihren teilweise grasten Inhalt, durch die ungebundene Rede, durchMusik und Tanz, sowie durch die Gestalt des Spaßmachers in voller Abhängigkeit von seinerenglischen Hoftruppe, doch sichern ihre Vorzüge, die Kunst der Charakteristik, der auch alleerdenklichen Mundarten dienen müssen, dann das Verständnis für dramatische Anlage undgeschickte Erfindung, dem herzoglichen Dichter einen ehrenvollen Platz und machen es begreif-lich, daß in der Folgezeit lange und für viele seine Art und die „Wolfenbüttler Bühne"maßgebend blieben, die als erstes deutsches Hoftheater anzusehen ist. Des Herzogs Decknameüidaläsba wird gedeutet Hsnrions Inlius Lrunsviesnsis atgus ImnednrAsnsis änx(Herzog), episeopatus Lalbsrstuätsnsis antistss (Verweser des Bistums Halberstadt).
Proja Von Werken in ungebundener Rede sind hier die Anfänge des ProsaromansRoman nachzutragen, wie sie in Wickrams (H 93) ansprechenden Erzählungen Der Goldfaden,Gabriotto und Reinhardt, Der junge Knabenspiegel u. a. zu erkennen sind.Derbere llnterhaltungskost lieferten Martin Montanus mit dem Wegstürtzer 1557 undFrey mit der Gartengesellschaft, die 1556 erschien wieKatziporus vonLindner;diese Blumenlesen aus Paulis und anderer Sammler Schwankbüchern bevorzugten geradezuZoten und Anstößiges. Nicht viel anders verfuhr Kirchhof im Wendunmut vornJahre 1563.
Sprich- Die alte Spruch Weisheit fand fort und fort Beachtung, z. B. in den Deut-
Wörter scheu Apophthegmata, das ist der Deutschen kluge Sprüch von dem vater-issi- 16 W indisch gesinnten Zinkgref, dessen literarische Stellung im Zusammenhange mit MartinOpitz (8 254) zu erörtern ist. Eine lateinische Sammlung gab Sommer Chcnäus (ausZwickau) 1606 heraus, die l'aroeinwlogi» Ltsriaanioa (Deutsche Sprichwörterlese).
Chroniken Zu den Chronisten wie Spangenberg läßt sich der Ritter und Hofmarschall Hein-Schweinichsn richz XXI. von Liegnitz, Hans von Schweinichen zählen, dessen Denkwürdigkeitenein unerquickliches, aber bedeutsames Sittenbild aus den Jahren 1552 bis 1602 bieten.Erdkunde In der langen Reihe deutscher und lateinischer Schriften zur Erdkunde, die der warmeDuad Vaterlandssreund Ouad von Kinkel bach aus Deventer verfaßte, steht obenan sein auch1 SL 7 - 160 S? für die Geschichte der Kunst und Wissenschaft wie für die Sprachforschung wertvolles BuchTeutscher Nation Herligkeit. Eine ausführliche Beschreibung des gegen-wärtigen alten und vhralten Standts Olernaanius.
§ 184. Die Literatur in den Niederlanden. In den nördlichen Provinzenbehaupteten sich die Kammern der Rederijkers (II, Z 269) als Träger undMittelpunkte der nationalen Literatur. Amsterdam hatte die Führung. Fastalle bedeutenderen Namen aus dem Ende des 16. und dem Anfange des 17. Jahr-hunderts gehören der Amsterdamer Kammer an.
Von hier aus ging der Weckruf zur Reinigung der Sprache, die zu verwelschen drohte;von hier aus erfolgte der Hinweis auf die klassischen Vorbilder, um die heimische Dichtungneu zu beleben; hier gingen, bevor das Dreigestirn Hooft, Vondel und Huygens den Ein-Coornhert tritt der Blütezeit ankündigte, Dirk Coornhert als Haupt der holländischen Meistersing-Marnix ichule und als Vater der niederländischen Prosa, Philipp van Marnix (Z 128, 130, 134)MS8-1S98 mit dem satirischen Bienenkorb, mit Übersetzungen aus dem Psalter und mit Liedern imVissher Volkstöne, die Kaufleute Roemer Vissher mit seinen begabten Töchtern, und Hendrik1547 —IMS Laurenszoon Spiegel, ein Vertreter der lehrhaften Dichtung, Hand in Hand, um diei^g -1612 Muttersprache zu Ehren zu bringen und die Kunst zu heben.
Z 185. Die Literatur in England vor Shakespeare. Die Ratlosigkeitder in bloßer Nachahmung des Altertums und der romanischen Literaturen be-fangenen Dichtung reicht bis in die Regierung der Königin Elisabeth (1558—1603)hinein. Denn das goldene Zeitalter erblühte im Grunde nur dem Schau-