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Erstes Kapitel: Der Dreißigjährige Kri.eg.
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in solchen Fällen üblichen harten Strafgerichte beendeten die Bewegung. —
Schneller erlag eine gleichzeitige Bauernerhebung in Böhmen, da hier Böhme,,die neuen, durch die Reaktion eingesetzten Gutsherren ihr widerstrebten.Ferdinand erließ dann die erneuerte Landesordnung, die die böhmische i«L?Krone als erblich bezeichnete, die Rechte des Landtags sehr einschränkteund nur den Katholiken den Schutz der Gesetze gewährte. — Oberösterreichlöste der Kaiser aus der bayerischen Pfandschaft, indem er dem baye-rischen Kurfürsten die Oberpfalz und die rechtsrheinische Rhein- isWPfalz überließ.
Auch auf dem dritten, dem niedersächsischen Kriegsschauplatze siegte Wacht ^die Sache des Kaisers. Lilly gewann über den nach Süden vorrückenden 27 . o^Aug.Dänenkönig einen entscheidenden Sieg bei Lütter am Barenbergeund nötigte ihn dadurch zum Rückzug hinter die Elbe. Im nächstenJahre zersprengte Wallenstein, der neue weitgehende Vollmachten erhaltenund sein Heer auf 70000 Mann gebracht hatte, den Rest der aus Ungarnnach Schlesien abgezogenen Mansfeldschen Truppen bei Kosel und wandte s. JE 1627sich dann gegen den Dänenkönig. Er verjagte die Dänen aus Holsteinund Jütland, konnte ihnen aber aus Mangel an Schiffen auf die Inselnnicht folgen.
§200. Wallensteins maritime Pläne. Friede zu Lübeck. (1628—1629). SeemachtDa tauchte der großartige Gedanke der Gründung einer kaiserlichenSee-nracht auf. Wallenstein wurde vom Kaiser zum „General des baltischen 2 i.Aprni«Wund ozeanischen Meeres" ernannt und ordnete den Bau von Schiffen an.
Dabei traf das spanische Interesse, das dahin ging, den seemächtigenNiederländern, die noch als Rebellen galten, die Ostsee zu verschließenihnen die von den protestantischen Nordmächten etwa zu erwartendeHufe (ß 172) zu rauben, zusammen mit dem kaiserlichen, das die BekämpfungDänemarks und Schwedens forderte. Diese Pläne wären am leichtestenausführbar gewesen, wenn es gelungen wäre, die Hanse unter kaiserlicherFührung neu zu beleben; in den Hansestädten hätte man die Schiffe undMannschaften für eine Reichsmarine finden und damit einen Gedankenausführen können, den Karl der Große (II, Z 72) und vielleicht Karl IV.
(II, 8 301) gehabt hatte. Es war ein Gedanke, dessen Durchführunglin nationalen Interesse gelegen hätte, aber ihm stand entgegen, daß dasHabsburgische Kaiserhaus sich feit dem Beginn der Reformation (und schonfrüher) der nationalen Entwicklung widersetzt hatte, daß es an der Spitzeder katholischen Reaktion stand. Die Verhandlungen, die mit Lübeck alsHaupt der Hanse über die Gründung einer hanseatisch-spanischen Handels-gesellschaft geführt wurden, scheiterten, weil die Städte für ihren Prote-stantismus fürchteten, und weil sie sich durch dänische Drohungen schreckenUeßen. Für die dänischen und schwedischen Pläne auf das äominiumwaris boltiei wäre ja in der Tat die Entstehung einer kaiserlichen Marinehöchst bedenklich geworden, und deshalb suchte man von hier aus die deut-schen Seestädte von einem Anschluß an die kaiserlichen Pläne abzubringen.
Deshalb unterstützte man auch die Stadt Stralsund in ihrem BelagerungWiderstände gegen Wallenstein. Da die Stadt die Aufnahme einer kaiser-nchen Besatzung verweigert hatte, besetzte Wallenstein zuerst Rügen und»eß die Stadt dann durch seinen Generalleutnant Hans Georg von ^Arnim belagern; schließlich erschien er selbst. Indes trotz seinerenergischen Angriffe (er soll geäußert haben, er müsse die Stadt haben, Junt iMs
Weber-BaldamnS. Weltgeschichte. 21. Aufl. III. 22