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Dritter Band.
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ZZ8 Drittes Buch: Ende der spanisch-katholischen Vorherrschaft (1618—1660). ß 201.

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und Wenn sie mit Ketten an den Himmel gebunden wäre) vermochte sichStralsund mit schwedischer und dänischer Hilfe durch den Heldenmut derBürger zu behaupten,- und als ein dänisches Landungskorps im Rücken3 «» 1628 Wallensteins Wolgast besetzte, mußte er die Belagerung aufgeben. DieVerteidigung Stralsunds wird wie der gleichzeitige Kampf um La Röchelte(Z 218) mit Recht als Heldentat einer für ihren Glauben kämpfendenBürgerschaft gepriesen, aber man darf doch auch nicht vergessen, daß derpolitische Gewinn dieses Kampfes den Schweden und Dänen zufiel, daßWallensteins und des Kaisers Pläne, die nun von einem Hansetage end-gültig abgelehnt wurden, an sich einem nationalen Bedürfnis hätten ent-gegenkommen können, wenn nur der Kaiser selbst national gewesen wäre.

Trotz der Behauptung von Stralsund blieb aber der Dänenkönig ge-schlagen. Zu seiner Niederlage trug auch der Umstand bei, daß Eng-land und Frankreich von den zugesicherten Hilfsgeldern nur einenkleinen Bruchteil zahlten, mithin die große antihabsburgische Allianznicht recht in Tätigkeit trat. Daran aber war Schuld der Wiederaus-bruch der Hugenottenkämpfe (8 218) und der Beginn eines fran-zösisch-englischen Krieges (ß 227). Die Verquickung politischerund religiöser Gegensätze führte dabei zu einer höchst sonderbaren Lage.Richelieus Tätigkeit gegen Habsburg wurde gelähmt durch den Kampfgegen die französischen Hugenotten: so schädigten diese ihre deutschenGlaubensgenossen und förderten die spanisch-habsburgischen Pläne, wes-halb ihr Aufstand auch von Spanien unterstützt wurde. In Englandaber veranlaßte die Erbitterung des Volkes gegen die katholisierendenTendenzen der aus Frankreich stammenden Königin den König zu einerfeindlichen Haltung gegen die französische Regierung, und der ausbrechendeKrieg verhinderte beide Mächte an einer tatkräftigen Unterstützung desDänenkönigs: so führte auch der religiöse Eifer der englischen Protestantenwie der der französischen zu einer Schädigung ihrer deutschen Glaubens-genossen.

Bei dieser Lage war der Dänenkönig trotz des Mißerfolges, denWallenstein vor Stralsund erlitt, zum Frieden geneigt, Wallenstein aberwar es eben wegen dieses Mißerfolges, der einen Angriff auf die dänischenInseln unmöglich machte; er dachte zudem an einen groß angelegten Türken-krieg, für dessen Durchführung in Deutschland Friede herrschen mußte. SoW.Mai i62skam der Friede von Lübeck zustande, in dem Christian IV. für sich undseinen Sohn auf die deutschen Bistümer verzichtete und versprach, sich indie Reichsangelegenheiten nicht mehr einzumischen.

Zi-i-Wall-n- H 201. Machthöhe des Kaisers und Wallensteins. Restitntions-edikt «nd Wallensteins Entlassung (1629—1630). Will man für daserste Generalat Wallensteins ein bestimmtes politisches Programm auf-stellen, so wird man als sein Ziel neben der Steigerung der eigenenMachtstellung die Erhebung des Kaisers über die Fürsten, die Stär-kung der deutschen Zentralgewalt zu bezeichnen haben, den Ge-danken eines Religionskrieges dagegen ausscheiden müssen. Die Erhöhungder kaiserlichen Macht schien jetzt in ähnlicher Weise erreicht, wie einstnach dem Schmalkaldischen Kriege (Z 65): was damals Moritz vonSachsen für Karl V. geleistet hatte, das hatte jetzt Wallenstein für Fer-dinand getan. Er hatte ihn militärisch unabhängig gemacht von derLiga, und es schien so, als ob die Reichsversassung gestürzt, insbesondere

Friede vonLübeck

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