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Dritter Band.
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Erstes Kapitel: Der Dreißigjährige Krieg.

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die Mitwirkung der Kurfürsten bei der Reichsregierung beseitigt und einunbeschränktes Erbkaisertum begründet werden solle. Es werden vonWallenstein Äußerungen übermittelt, wie die, „er wolle die Kurfürstenmoros lehren, ihnen zeigen, daß der Kaiser nicht von ihnen abhänge,sondern sie vorn Kaiser; die Nachfolge im Reiche gebühre dem Sohne desKaisers, es bedürfe dazu keiner Wahl", oder: „wie es in Frankreich nureinen König gäbe, so brauche auch Deutschland nur einen Kaiser". Indieser kühnen Kaiserpolitik war Wallenstein vielleicht kaiserlicher als derKaiser, wie einst Rainald von Dassel kaiserlicher gewesen war als Bar-barossa (II, Z 208). Die Behandlung der norddeutschen Fürsten entsprachden Gedanken Wallensteins; die Widersacher des Kaisers wurden wie derPfalzgraf einfach abgesetzt, ihre Lande neu vergeben. Für Tilly undPappenheim waren Herzogtümer bestimmt; Wallenstein selbst, dessenFürstentum Friedland 1627 zum Herzogtum erhoben war, erhielt nochdas schlesische Herzogtum Sagan, dann Mecklenburg. Ging das so weiter,so war die bisherige Selbständigkeit des deutschen Fürstentums bedroht,und wäre dann noch die Begründung einer kaiserlichen Marine gelungen,so hätte der Kaiser eine nach innen und außen imponierende Machtstellungerrungen. Zugleich stieg dabei auch Wallensteins Macht gewaltig: er übteeine Art Militärdespotie und trat sehr hochmütig auf; er ließ sich vonEigennutz leiten, aber die Erhöhung der eigenen Macht hing eben mit derErhöhung der kaiserlichen aufs engste zusammen, und er brachte denKaiser auf eine Machthöhe, wie sie lange kein Kaiser besessen hatte.

Damit aber wurden die in ihrer „Libertät" bedrohten deutschen GegnerschaftFürsten, die protestantischen wie die katholischen, die Feinde Wallen-steins. Am lebhaftesten wurde diese fürstliche Gegnerschaft bei Maxi-milian von Bayern (§ 180), auf dessen Hilfe ja der Kaiser so langeangewiesen gewesen war. Bei den evangelischen Fürsten gesellten sich zuder Sorge um ihre fürstliche Unabhängigkeit die religiösen Bedenken; denndienn auch Wallenstein selbst seine Siege nicht im Sinne des Katholizis-mus auszunutzen gedachte, so hatte er doch im Dienste der katholischenReaktion gesiegt. Größer vielleicht noch, als bei den Fürsten, war dieseSorge bei der protestantischen Bevölkerung. Dazu aber regte sich überallein nur zu berechtigter Unwille über die schweren Dr angsale, die Wallen-steins Heerführung und Truppeneinquartierung über Feindes- und Freundes-hand brachten. Die Bedrückungen sind in der Tat furchtbar gewesen, undfchon im Herbst 1627 richtete ein von der Liga nach Mühlhausen berufenerKursürstentag eine geharnischte Beschwerdeschrift über die WallensteinschenTruppen an den Kaiser.

Anderseits trat nun in strengkatholischen Kreisen der Gedanke, Wallen- Kath°li,ch-steins Siege zu einer durchgreifenden katholischen Reaktion im ReicheAuszunutzen, immer mehr hervor. Das war ja auch nach dem Schmal-mldischen Kriege versucht worden; sollte diese Reaktion damals durch dasZ^erim (Z 67) eingeleitet werden, so handelte es sich jetzt vor allem umie Rückforderung der Stiftslande (Z 176). Wallenstein, der ja von einemReligionskrieg nichts wissen wollte, widerriet deren Rückforderung, weilas auch die evangelischen Fürsten, die jetzt noch neutral waren, zum Kampfes-^mn mußte. Der Kaiser aber, der ja selbst eifrig katholisch war, ließich von der strengkatholischen Partei, besonders von dem päpstlichenuntius Caraffa und von Maximilian von Bayern, zum Erlaß des Resti-

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