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Dritter Band.
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348 Drittes Buch: Ende der spanisch-katholischen Vorherrschaft (1618—1660). H 208.

den der Nimbus eines Retters des evangelischen Glaubens umgab, dermit einer starken moralischen Autorität ausgerüstet gewesen war und diemilitärische und politische Leitung in seiner Person vereinigt hatte. Einenwirklichen Nachfolger hatte er nicht; denn die schwedische Krone fiel anseine unmündige Tochter Christine (ß 246), für die ein Reichsrat dieRegierung führte. Dieser übertrug die Leitung der deutschen Dinge demReichskanzler AxelOxenstjerna. Den Oberbefehl über die Armee über-nahm Bernhard von Weimar. In der Schule Gustav Adolfs hattedieser sich schon als Heerführer bewährt, aber er verfolgte doch auchSonderinteressen, insbesondere strebte er nach einem Fürstentum, durchdas die Ernestiner den Albertinern an Macht und Ansehen wieder eben-bürtig werden sollten. Oxenstjerna suchte mit Klugheit und Tatkraftim Sinne des verstorbenen Königs zu wirken, aber er hatte den eigenenGeneralen, den deutschen Fürsten und Frankreich gegenüber von Anfangan eine viel schwierigere Stellung als Gustav Adolf: er war doch ebennur erster Reichsbeamter, Gustav Adolf König. Wenn die mächtigeren derdeutschen Fürsten sich schon Gustav Adolf nur ungern untergeordnethatten, so waren sie zu solcher Unterordnung unter einen Reichskanzlernatürlich noch viel weniger geneigt.

Johann Georg von Sachsen wollte zwar mit Schweden im Bündnisbleiben, weigerte sich aber, sich dem schwedischen Direktorium zu unter-stellen, und wünschte selbst an die Spitze des evangelischen Deutschlandszu treten; in Brandenburg war man besorgt wegen der schwedischenPläne auf Pommern. So vermochte Oxenstjerna nur die Fürsten des

^Bündnis" rheinischen, fränkischen und schwäbischen Kreises zu dem Heilbronne r

April 1633 Bündnis unter schwedischem Direktorium zu vereinigen. Dabei wurdebestimmt, daß die Entscheidung in Kriegssachen dem Kanzler als demDirektor des Bundes zustehen sollte; im übrigen aber sollte er gehaltensein, die Meinung eines aus sieben ständischen und nur drei schwedischenMitgliedern bestehenden Bundesrats einzuholen. Den Oberbefehl überdas Hauptheer des Bundes erhielt Bernhard von Weimar, dochstand ihm der schwedische General Horn mit gleichem Rang zur Seite.

Wachsender Vorteilhast war Gustav Adolfs Tod besonders für Frankreich.

Frankreichs Gustav Adolf hatte von Frankreich Subsidien genommen, ohne ihmEinfluß auf die Leitung der Dinge einzuräumen (ß 202); ob Oxenstjernadieses Verhältnis würde fortsetzen können, mußte an sich schon zweifelhaftsein und um so zweifelhafter werden, je unsicherer die Haltung derdeutschen Fürsten wurde. Richelieu erkannte, daß mit Gustav Adolf einHemmnis für eine Steigerung des französischen Einflusses beseitigt sei,sein Gesandter Feuquieres entfaltete in Heilbronn eine lebhafte Tätigkeit;Frankreich zahlte auch weiter Subsidien, besetzte aber zugleich eine ReihePlätze auf dem linken Rheinufer. Damit suchte es sich einen Gewinn zusichern; es trat auch hier wie vorher im Mantuanischen Kriege (Z 203)in einen Gegensatz zu Spanien, das durch die Erwerbung des Elsasses(8 161) und der Pfalz sich eine Territorialverbindung zwischen der FrancheComft und Belgien schaffen wollte.

§ 208. Der Feldzug des Jahres 1633. Wallensteins Unterhand-lungen. In den kriegerischen Ereignissen ergibt sich seit der LützenerSchlacht eine immer schärfere Scheidung eines östlichen und westlichenKriegsschauplatzes. Dazu trug u. a. bei die Sonderstellung, die der Kur-