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Erstes Kapitel: Der Dreißigjährige Krieg.
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fürst von Sachsen in Anspruch nahm, ferner der Wunsch Wallensteins,
Sachsen durch militärischen Druck zum Frieden zu bringen und seine Ab-neigung gegen eine Verbindung mit dem Bahernherzog.
Auf dem westlichen Kriegsschauplatze kämpften Bernhard und Horn^ff/A^erfolgreich gegen den bayerischen General Johann von Werth und den pl»?in Bayern stehenden Wallensteinschen General Aldringer, wurden dannaber gelähmt durch eine Meuterei ihrer Obersten, die den lange rück-ständigen Sold forderten. Oxenstjerna sah sich genötigt, diese Oberstendurch säkularisierte Güter zu befriedigen, und übertrug dabei das aus denBistümern Bamberg und Würzburg gebildete Herzogtum Frankenals schwedisches Lehn an Bernhard von Weimar, eine Verleihung, Jum iWdurch die dieser seinem schon gekennzeichneten Ziele (Erwerbung eines demalbertinischen Sachsen gleichwertigen Fürstentums) ein gut Stück näherkam. Der Plan Spaniens, durch Absendung eines spanisch-italienischenHeeres unter dem Herzog von Feria am Oberrhein festen Fuß zufassen (§ 222), drohte nicht nur militärische Gegenmaßregeln Frankreichshervorzurufen, sondern wirkte auch nachteilig auf das Verhältnis Wallen-steins zu Spanien und dem Kaiser (s. unten).
Auf dem östlichen Kriegsschauplatze waren nach der Lützener Schlacht KrW,chau-die Sachsen unter Arnim nach Schlesien, Wallen st ein nach Böhmengezogen. Er hatte hier wie ein Fürst gewaltet und sein Heer bedeutendverstärkt. Beiseiner weiteren Kriegführung aber, die so gar nicht denErfolgen seines ersten Generalats entsprach, ist zu erwägen, daß er jetzt seinHauptinteresse auf die diplomatischen Verhandlungen richtete und kriege-rische Maßregeln eigentlich nur zu deren Unterstützung ergriff. Wie früherschon gesagt (8 205), erstrebte er an erster Stelle den Frieden mitSachsen und Brandenburg unter Preisgabe des Restitu-tionsediktes; er rechnete dabei auf die schwankende Haltung, die Sachsendem schwedischen Bündnis gegenüber stets eingenommen hatte, und aufdie dort von Anfang an vorhandene Neigung, sich mit dem Kaiser zuvertragen; er glaubte aber auch durch einen Friedensschluß die schwedischeStellung in Süddeutschland am besten zu erschüttern, hatte jedenfallskeine Lust, dem Bayernsürsten zu Hilfe zu kommen.
Bei dem Streben nach einem Sonderfrieden mit Sachsenbefand er sich zunächst im Einvernehmen mit dem Kaiser (8 205) G°g»erund wurde unterstützt von dem Fürsten Eggenberg, dem Bischof Anton vonWien und dem Kriegsrat Questenberg. Gegen sich hatte er die spanisch-bayerisch-katholische Partei, vertreten besonders durch den JesuitenLamormain, den Präsidenten des Hofkriegsrats Grafen Schlick, den GrafenSlawata, die spanischen Gesandten Castaneda und seit Oktober 1633Onate, den Thronfolger Ferdinand (III.) und Maximilian von Bayern.
Diese wollten von einer Preisgabe des Restitutionsediktes nichts wissen;außerdem verlangte Maximilian Hilfe für Bayern, während Ferdinand (III.)nach dem Oberbefehl strebte und Spanien, wie schon gesagt, eine territorialeVerbindung zwischen der Franche Comte und Belgien zu gewinnen suchte.
Diese spanischen Wünsche mußten zu einem Konflikt mit Frankreich führen,den Wallenstein im Interesse seiner Friedensbestrebungen vermeiden wollte,und standen vielleicht auch zu persönlichen Zielen Wallensteins in Gegen-satz, da dieser wohl daran gedacht hat, in der Pfalz eine Entschädigung fürdas verlorene Mecklenburg zu suchen. Es kam nun, wie schon gesagt (8 205).