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Erstes Kapitel: Der Dreißigjährige Krieg.
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und zugleich die Stimmung der Generale zu erkunden. Indem der Kaiser hier dem DrängendeS spanischen Gesandten und Maximilians nachgab, verletzte er die Wallenstein vertrags-mäßig zustehende alleinige Leitung des Krieges. Es zeigte sich eben, daß mit dem Schwindender Notlage die Voraussetzungen des Znaimer Vertrages schwinden mußten (Z 205).
Während nun Wallenstein (wenigstens nach der Mitteilung des Grafen Schlick) den Zweite V°r-kaiserlichen Wünschen so weit nachgegeben zu haben scheint, daß er Aldringer befahl, sich Handlungendem Kurfürsten von Bayern zu „accomodieren", aber größere Unternehmungen zu vermeiden,nahm er zugleich die Verhandlungen mit Arnim wieder auf. Dabei war nach Ende Augustwie vor sein Grundgedanke, in Verbindung mit Sachsen und Brandenburg den Frieden zuerzwingen und sich mit ihnen gegen Schweden zu wenden; als Arnim auf diese anti-schwedische Politik nicht einging, war von einem Zusammenschluß aller Feinde desKaisers, also auch von einer Verbindung mit Schweden und Frankreich, die Rede, umden Frieden gegen die katholisch-bayerisch-habsburgifche Partei zu erzwingen. Das war einGedanke, der den Wünschen der Emigranten entsprach. Arnim reiste nun zu Oxenstjerna,aber dieser traute Wallenstein noch nicht; und in der Tat kam Wallenstein, als Arnim zuihm zurückkehrte, auf den ursprünglichen Plan zurück, sich nur mit Sachsen und Branden- Ende S°pt.bürg zu verbinden und die Schweden aus Deutschland „hinauszuschmeißen". Mit dieserneuen Wandlung Wallensteins, über die besonders die Emigranten entrüstet waren, schienendie Verhandlungen abermals gescheitert.
Um Sachsen gefügig zu machen, nahm Wallenstein nun den Krieg Knegsmaß-wieder auf. Gallas mußte einen neuen Einfall nach Sachsen unternehmen, Schi-Anso daß Arnim zu dessen Schutz mit dem größten Teil seiner Truppen dort-hin abzog. Wallenstein selbst zwang die unter Thurn stehenden Schwedennach einem siegreichen Treffen bei Stein au an der Oder zur KaPitula-M.Okt.issztion, bemächtigte sich ganz Schlesiens (gegen Übergabe der von denSchweden besetzten schlesischen Plätze ließ er den gefangen genommenenThurn frei), nahm Görlitz und Bautzen und näherte sich der sächsischen Anfang No».Grenze. Der gute Eindruck, den der Sieg bei Steinau in Wien machte,wurde wieder beeinträchtigt durch die Freilassung Thurns, den man dortals „Erzketzer und Hauptrebeller" (Z 193) besonders haßte.
Wallensteins Feinde behaupteten später sogar, das Treffen von Steinau sei zwischenWallenstein und Thurn verabredet gewesen, um den Argwohn des Kaisers zu beschwichtigen.
Das ist sicher nicht richtig; unwahrscheinlich ist aber auch die andere Annahme, daß es zwischenWallenstein und Arnim „verabredeter Handel" gewesen sei, um die Schweden aus SchlesienZu verdrängen.
Zu der über die Freilassung Thurns herrschenden Verstimmung kam Eroberungnun ein Ereignis, das Wallenstein militärisch völlig ins Unrecht zu setzen "bur^dur"-^schien. Während Horn am Oberrhein (bei Konstanz und Breisach) gegen d°r»hardFeria und Aldringer keine Erfolge erzielte, wandte sich Bernhard vonWeimar gegen Bayern und eroberte das wichtige Regensburg. i^.Rov.isssWallenstein hatte alle Hilfeleistung mit der Erklärung abgelehnt, Bern-hard beabsichtige nicht Regensburg, sondern Böhmen anzugreifen: nunwar das Gegenteil seiner Voraussage eingetreten. Er brach sofort nachBöhmen auf, marschierte bis Fürth im Böhmerwald, erklärte aber einen so. No->.Winterfeldzug zur Rückeroberung von Regensburg für unmöglich, nahmWinterquartiere in Böhmen und schlug sein Hauptquartier inPilsen auf.
8 209. Wallensteins Ermordung (1634). Seit dem Falle vonPegensburg gewinnen nun die Feinde Wallensteins den maßgebenden Ein- U'fs'UffAnuß beim Kaiser. Was hatte es genutzt, so konnte dieser sich fragen, daß erseinem Feldherrn eine so ungeheuerliche Machtfülle zugestanden hatte,wenn jetzt die kaiserlichen Erblande ähnlich bedroht waren wie einst nachder Schlacht am Lech? Nicht Wallenstein, sondern Maximilian hatte dieKriegslage richtig beurteilt, und Regensburg wäre nicht gefallen, wenn