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Dritter Band.
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Z64 Drittes Buch: Ende der spanisch-katholischen Vorherrschaft (1618—1660). Z 217.

hatte das Ausland entscheidend mitzusprechen. Wenn der Kaiser Wallen-steins Gedanken angenommen und die Evangelischen rechtzeitig als gleich-berechtigte Glieder des Reiches anerkannt hätte, dann hätten sich die Ver-luste an die fremden Mächte vielleicht vermeiden lassen, dann hätte dasKaisertum vielleicht eine Stärkung erfahren, dann hätten die innerenFragen vielleicht ohne Mitwirkung des Auslandes geregelt werden können.Jetzt hatte das Ausland hierbei — ein von nationalem Standpunkt ausbesonders schmerzlicher Vorgang — entscheidend mitgewirkt, und die staat-liche und kirchliche Verfassung Deutschlands stand unter der Garantie desAuslandes. Jetzt hatte das Reich nicht rechtlich, aber tatsächlich seinenmonarchischen Charakter eingebüßt; es war ein Bund souveräner Staaten,die sogar mit dem Ausland Verträge schließen dursten; zum Schutz dieserdie Reichseinheit aufhebenden Verfassung aber stand eben dieses Auslandbereit. Und dieses politisch zur Ohnmacht verurteilte Land hatte durchden entsetzlichen Krieg wirtschaftlich die schwersten Einbußen erlitten;die Blüte des 16. Jahrhunderts (8 32) war vernichtet, es war aus-geschlossen von dem Welthandel und ist in seiner wirtschaftlichen Entwick-lung um etwa zwei Jahrhunderte zurückgeworfen worden (§ 295). End-lich wurde auch das geistige Leben des deutschen Volkes aufs schwerstegeschädigt: es geriet in Abhängigkeit vom Auslande (Z 254).

Einzelstarts» Je weniger leistungsfähig das Reich als Ganzes war, um so größerwaren die Aufgaben, die nun den souveränen Einzelstaaten erwuchsen.In ihnen spielte sich fortan das politische Leben der Deutschen ab; obvon ihnen eine Erneuerung des Ganzen ausgehen könnte, das war diegroße Frage der Zukunft.

Artschrm Erfreulich war zunächst nur ein Ergebnis des Krieges, nämlich dieSicherung des Protestantismus und die Rückweisung eines etwaigenpäpstlichen Protestes dagegen, d. h. die Beseitigung der bisherigen Ab-hängigkeit der kirchlichen Ordnungen vom Papste. Bei der Sicherung desProtestantismus war man, und auch das war erfreulich, über den Stand-punkt des Augsburger Friedens hinausgegangen, einmal durch Hinein-ziehung der Reformierten und dann durch die Duldung Andersgläubiger.Dadurch brach sich an Stelle des euius rsZio sius rollZio, das im Prinzipnoch galt, doch schon der Gedanke des paritätischen StaatesBahn. Mit der Sicherung der Glaubensfreiheit aber war der geistigeFortschritt des deutschen Volkes trotz seines augenblicklichen geistigen Nieder-ganges gewährleistet.

Zweites Kapitel.

Der Aufschwung Frankreichs, der Niederlande und Groß-britanniens; das Ende der Großmachtstellung Spaniens.

I.. Die Begründung des Absolutismus in Frankreich und derfranzösischen Vorherrschaft in Europa (s6sO—s66s).

Ludwigxm. H 217 . Ludwig XIII. unter der Regentschaft der Maria Medici1 S 10 - 1 K 40 und bE Einfluß der Günstlinge (1610—1622). Heinrich IV. hatte dieinneren Gegensätze durch den Gedanken des nationalen Königtums über-wunden, den zerrütteten Staat neu gekräftigt und schickte sich an, den