878 Drittes Buch: Ende der spanisch-katholischen Vorherrschaft (1618—1660). H 223.
Iuniisss Heinrich Maastricht, obgleich zum Entsatz der Stadt zwei spanischeHeere unter Santa Cruz und Cordova und ein kaiserliches unter Pappen-heim herankamen. Da schien Gustav Adolfs Tod der Habsburgischen Politikwieder bessere Aussichten zu erwecken, und der spanische Minister Olivarezbetrieb nun den niederländischen Krieg mit größerer Energie. Zwei spanischeHeere, eines unter dem Herzog von Feria, das andere unter dem Kardinal-isW Jnfanten Ferdinand, der nach dem Tode Jsabellas (8 136) zum Statt-halter der spanischen Niederlande ernannt wurde, sollten durch Deutschlandnach den Niederlanden ziehen; sie sollten zugleich das Elsaß und die Pfalzfür Spanien sichern und die Festsetzung der Franzosen am Rheine hindern.Es waren das die Pläne, denen Wallenstein entgegentrat, die ihn in Feind-schaft zu Spanien brachten und seinen Konflikt mit dem Kaiser herbei-führen halfen (Z 208). Seine Ermordung und die Schlacht von Nördlingen(§ 209, 210) öffneten dem Kardinal-Jnfanten den Weg durch Deutschland,isss Diesen Gefahren gegenüber schloffen nun die Niederlande ein Bündnismit Richelieu, der damals auch Bernhard von Weimar in französischeDienste nahm (8 211) und Spanien den Krieg erklärte. Man hoffte Belgienden Spaniern entreißen und zwischen den Niederlanden und Frankreich1685 teilen zu können. Indes der französisch-niederländische Angriff auf Bra-bant scheiterte, und Ferdinand konnte, von Johann von Werth (8 211)1636 unterstützt, sogar in Frankreich einbrechen, wenn auch ohne dauernden Er-folg. Als dann die Franzosen auf der einen Seite durch Eroberung desBreisgaus (Bernhard von Weimar) den Spaniern den Landweg nach denNiederlanden sperrten (8 212), anderseits in Savohen und vor Genuasiegten (8 219), unternahmen die Spanier, gestützt auf das gute Einvernehmenmit Karl I. von England, den letzten großen Seeangriff auf die Nieder-lande. Indes Martin Harpertzoon Tromp, der große holländische See-21 . Oit. Es Held, besiegte den spanischen Admiral AntoniodeOquendo bei Dover.Nun entstanden den Spaniern durch den Ausstand in Katalonien (8 242)und den Abfall Portugals (8 244) heimische Nöte: der große Ministeri5.Ja».iü43Olivarez wurde entlassen und durch Luis de Haro ersetzt. Auch nachRichelieus Tode, der keine Änderung der französischen Politik herbei-führte, machten die Franzosen und Holländer weitere Fortschritte. Conde1643 siegte bei Rocroy und eroberte Diedenhosen; die Holländer nahmen im1644,1645 Verein mit Gaston von Orleans Gravelingen, dann Hülst (bei Antwerpen),1646 die Franzosen Dünkirchen, Elba und Piombino (8 220).i4.Märzis47 Im nächsten Jahre starb Friedrich Heinrich; an seine Stelleirat sein Sohn Wilhelm II., der Gemahl Marias von England. Erwar weniger kriegslustig als der Vater, und auf der anderen Seite machtendie neuen Ausstände in Sizilien und Neapel (8 242) neben denen in Kata-lonien und Portugal auch die spanische Regierung einem Frieden geneigt.30 . Jan. 1648 So wurde denn der Friede geschlossen. Spanien erkannte die Unab-hängigkeit der Niederlande endgültig an und überließ ihnen dieim Kriege eroberten Grenzlande; diese traten nicht als neue Staaten denNiederlanden hinzu, waren also in den Generalstaaten nicht vertreten,sondern Wurden wie die Vogteien der Schweiz (II, 8 316) als eroberte Länder(Generalitätslande) verwaltet. Ergänzt wurde dieser Friede durchden Westfälischen, durch den die Niederlande aus dem Verband des deut-schen Reiches gelöst wurden (8 215).