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Dritter Band.
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? 26g. Fünftes Kapitel: Literatur von 1618 bis 1660. Kunst des Barocks.

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der Malerei im übrigen Italien bis zum Beginn der achtziger Jahre erheblich zurück.Gegen die konventionellen Nachahmer der großen Meister wenden sich später nicht nur dieVornehmen und die klassisch Gebildeten, sondern auch die mittleren Schichten des Volkes,in denen die Gegenreformation oder vielmehr die Neubelebung des Katholizismus undspäter der Dreißigjährige Krieg sich rückwirkend äußern. Zwei Strömungen, der reineNaturalismus und eine elegisch-sentimentale Richtung, kommen zur Geltung. Diese fandihre Schutzstätte in der eklektischen Schule der Jncamminati (der auf den rechten Weg Ge-führten) von Bologna, die Lodovico Caracci 1582 im Verein mit seinen Vettern Agostinound Annibale Caracci begründete, jene vornehmlich in der Schule von Neapel, die sichgegen die akademische Malerei wendete und auf deren Seite sich auch Caravaggio befand.Die Schule der Caracci sah das Heil der Kunst in der Verbindung des Studiums der großenMeister und der Natur (nach Volksthpen, lebenden Modellen und sezierten Leichen); damitglaubte sie der unwahren und leeren Manier unfähiger Nachahmer am wirksamsten ent-gegenzutreten.

Noch vor der Eröffnung der Akademie der Jncamminati in Bologna führte LodovicoCaracci, Schüler Tintorettos, mit Annibale und Agostino Caracci die Freskofriese desPalazzo Fava (Bilder vom Argonautenzug und aus Vergils Äneis) und die Deckensreskenim Palazzo Sampieri in Bologna aus (Mythologische Szenen aus dem Leben des Herakles);aus späterer Zeit stammen die Tafelbilder der Grablegung und Himmelfahrt Mariä in derGalerie in Parma. Agostino Caracci ist bedeutender als Kupferstecher (über 210 Stiche);er malt die Fresken der Galatea, der Kirke und der Sirenen im Palazzo Farnese in Rom,Fresken im Palazzo del Giardino in Parma (Szenen aus den Mythen von Mars, Venusund Galatea), Landschaft im Palazzo Pitti, Damenbildnis in der Berliner Galerie. SeinBruder Annibale Caracci, der vielseitigste und fruchtbarste der drei, besonders tüchtigals Landschaftsmaler, war zugleich Radierer und Kupferstecher. Sein Hauptwerk sinddie mythologischen Fresken im Palazzo Farnese in Rom (1591—1601); ferner malte erdie Tafelbilder: Madonna mit Heiligen in der Pinakothek in Bologna, Pietä, Land-schaften im Palazzo Doria in Rom, voinins gno vaäis (London, Nationalgalerie), denst Rochus in der Dresdener Galerie, Linsenesser (Galerie Colonna in Rom), die FamilieCaracci im väterlichen Metzgerladen (Oxford). Zur Gefolgschaft der Caracci gehört GuidoReni, Schüler des Niederländers Dionhsius Calvaert, später des Lodovico Caracci; er bildetvch in Rom an Caravaggio, Annibale Caracci, an Raffaels Werken und an der AntikeWeiter; in seinen religiösen Tafelbildern spiegelt sich die Zeit der Gegenreformation amdeutlichsten wieder: Kreuzigung Petri (Vatikan), Paulus und Antonius (Galerie in Berlin),Bethlehenntischer Kindermord, Kreuzigung Christi (Pinakothek in Bologna); frischer und au-wutiger zeigt er sich in seiner „zweiten Manier": Deckengemälde im Kasino des PalazzoRospigliosi in Rom (Aurora mit Phöbus Apollo und den Hören), Fresko des h. DominicasS. Domenico in Bologna, Ecce Homo- und Altarbilder in der Galerie in Bologna n. a. O.,Erzengel Michael (Kirche de' Cappuccini in Rom), Maria und ihre Gefährtinnen (Eremitagew Petersburg), Himmelfahrt Mariä in der Münchner Pinakothek, Christus mit der Dornen-krone in der Dresdner Galerie, Radierungen (gegen 60), Kopie von Raffaels CäcilienbildeM S. Luigi de' Francesi in Nom. Zu Guidos Schülern zählen sein langjähriger GehilfeGrovannr Andrea Sirani (Gastmahl im Hause des Pharisäers, in der Certosa beiBologna), dessen Tochter Elisabeta Sirani (Taufe Christi, ebenda) und SimoneCantarini, „il Pesarese" (Himmelfahrt Mariä, in der Pinakothek in Bologna, Josephund Potiphars Weib, Dresdner Galerie). Der Phantasiearme Domenichino (DomenicoZampieri), anfangs wie Guido Schüler Calvaerts, verwendet häufig die Kompositionenanderer in seinen Werken, besitzt aber große technische Gewandtheit: Fresken der Evangelistenw S. Andrea della Balle, Szenen aus dem Leben der h. Cäcilie in S. Luigi de' Francesi inRom, aus dem Leben des h. Nilus in der Kirche von Grotta Ferrata und aus dem Leben Christim S. Fortunato in Fano (schlecht restauriert); Tafelbilder: Kommunion des h. Hieronymus(nach Agostino Caracci) im Vatikan, Jagd der Diana (Galerie Borghese), S. Cecilia,Amaldo und Armida (Louvre), große Anzahl von Altarbildern. Sein Schüler Francescomythologische Szenen, Kinderreigen, Nymphen und Putten in heiteren Land-a ' .^niorettentanz (Dresdner Galerie, Brera), die vier Elemente (Turin, Galerief^hese in Rom), zwanzig Bilder im Louvre. Giovanni Lanfranco, Schüler Agostinos,»eichcckter Dekorator, aber manieriert, bildet sich an Correggios Werken und malt späterd Nnnibales Einfluß Fresken in Rom (Maria in der Glorie, in der Kuppel von S. Andreain M Parma und Neapel, sowie Tafelbilder: der h. Ludwig, die Armen speisend (AkademieVenedig). An die Schüler der Caracci schließen sich die folgenden Maler an: Giovanni"rbieri, genannt Guercino (weil er schielte), Lieblingsmaler Goethes, verdankte viel,

ItalienL. Caracci1554-1619

Ag. Caracci1557—1602

An. Caracci1560-1609

G. Neni1575-1642

1610^1670E. Sirani1638—1665S. Cantarini1612—1648Domenichino1581—1641

F. Albani1578-1660

G.Lanfranco1580—1647

lÄ-1666