452 Drittes Buch: Ende der spanisch-katholischen Vorherrschaft (1618—1660). Z 263.
wie er selbst sagte, den Werken Lodovicos und geriet später unter den Einfluß Caravaggios,der Venezianer und Eorreggios, von denen sich sein warmes Kolorit und sein reizvollesHelldunkel herleitet: Fresken im Casino dell' Aurora, in der einstigen Villa Ludovifi (imErdgeschoß: Aurora, im oberen Stockwerk: die Fama), Dido (Palazzo Spada), SamischeSibylle (Uffizien), die heilige Petronilla (Kapitolinisches Museum), David und Abigail(Palazzo Barberini), die Nacht (Palazzo Piombino in Rom), Beweinung Christi (London,Nationalgalerie), Verstoßung Hagars (Brera), die Madonna erscheint dem h. Bruno (Pinako-thek, Bologna), Fresken im Palazzo Sampieri in Bologna (Herakles und Antäus). Gio-Sassofsrratotzgnni Battista Salvi da Sassoferrato schuf sich seinen Namen als Maler zahl-isos- s sicher anmutiger Madonnenbilder (Madonna del Rosario in S- Sabina auf dem Aventin,Madonna mit Kind und Engeln, in der Brera).
Der Hauptvertreter des ausgeprägten Naturalismus ist Michelangelo Merisi«iaravaggio (Amerighi) da Caravaggio, ein unsteter, abenteuerlicher Wanderer, daher ohne eigent-i58S-i«oo Schule; er war einst Schüler von d'Arpino in Rom, schlug aber bald selbständigeBahnen ein, deren Richtung mehrfach wechselt; im Anfang liebt er lichte Farben undzuweilen zarte Vorwürfe (Studium Giorgiones), später Kellerlicht und harte Modellierung,leidenschaftliche, derbe, aber auch ergreifend wahre Darstellung. Er ist der erste Meister desitalienischen Sittenbildes: Lautenspielerin (Liechtensteingalerie, Wien, und Eremitage, Peters-burg), Wahrsagerin (Kapital), Grablegung Christi (Vatikan), Matthäus (Berlin), TodMaria (Louvrc), Falschspieler (Dresdner Galerie, ein anderes ehemals im Palazzo Sciarrain Rom), Bildnisse in Berlin, im Louvre.
J- deRibera Der Hauptvertreter der Schule von Neapel ist der Spanier Juseppe de Ribera,genannt Lo Spagnoletto, leidenschaftlich, von eminentem Können; seine naturalistischeNeigung war ihm schon in seiner Heimat Jätiva (Valencia) aufgegangen: h. FamilieToledo, Museum), h. Sebastian (Berlin), h. Magdalena oder Agnes (Dresden), Martyriumdes h. Bartholomäus (Madrid, Prado, Wiederholung in Berlin u. a. O.), Martyrium desh. Andreas (München), h. Hieronhmus (Uffizien), Kreuzabnahme (Neapel, S. Martina). RiberaA- und sein Schüler, der Schlachtenmaler und Radierer Aniello Falcone, „I'oraeolo äölte
^S^Rosa batts-glis", waren die Lehrer des vielseitigen und romantischen Salvator Rosa, der sich1815—1613 nicht nur als Schlachten- und Landschaftsmaler, sondern auch als Dichter und Musikerhervortat: Schlachtengemülde (16-52 Louvre, Palazzo Pitti, Wien), Küsten- und Berg-landschaften, Seehäfen (Palazzo Pitti), Banditenszeuen; 85 Blätter Radierungen. LucsL- Aiordano Giordauo (ii K«.presto, der Schnellmaler) aus Neapel, geistvoll, häufig flüchtig, neunJahre Riberas Schüler, kopiert in Rom Werke Raffaels und Michelangelos, wird 1692von Karl II. nach Spanien berufen: Stiftung des Ordens vom goldenen Vlies im BuonRetiro (Madrid), Deckenfresken in der Sakristei von S. Martina in Neapel, Fresko derApotheose der Medicecr im Palazzo Medici in Florenz, Urteil des Paris (Berliner Museum,Eremitage in Petersburg), h. Sebastian, Herkules und Omphale (Dresden), Raub derDeianira (Uffizien).
^ 1559 —i6is" 3" Toskana bildet sich der Maler und Architekt Lodovico Cardi da CigoliC Allori nach Baroccio und Correggio: Martyrium des h. Laurentius, Steinigung des h. Stephanies1577—ISA (Uffizien), Tobias und die drei Engel (Eremitage). Cristofano Allori malt die Judith,M. RossE Matteo Rösselli den Triumph Davids (Palazzo Pitti), Carlo Dolci, noch weich-als Cigoli, Christus Brot und Wein segnend, die h. Cäcilie (Dresden), den Evangelisten1616—1686 Johannes (Berlin), Jesus im Blumenschmuck, Madonna (München), S. Andreas (Pitti),P.daEortona der Architekt Pietro Berrettini da Cortona die Deckenfresken im Palazzo Pitti in15S6— 166 g Florenz, im Palazzo Barberini und in der Chiesa Nuova in Rom.
158 §^Ä Genua wird durch den trefflichen Koloristen Bernardo Strozzi (it Laxpuceino),der sich an Caravaggio hält, würdig vertreten: Rebekka am Brunnen (Dresden), Raub derEuropa (Berlin, Raczynski-Galerie), Gänserupferin, Pifferari (Genua, Palazzo Brignole-15 S 8 —Säle). Andrea Sacchi (S- Remuald, Messe des h. Gregor im Vatikan) und sein frucht-C. Maratta barer Schüler Carlo Maratta, der den Eklektikern anzureihen ist (Madonna und Kind1625-1713 im Palazzo Doria, Taufe Christi in S. M. degli Angeli, Maria und die vier Kircheuväter inS. M- del Popolo, „die Malerei" mit den Zügen seiner Tochter Faustina, im Palazzo Corsini,Restaurierung der Stanzenbilder Raffaels in Rom u. a.) sind die Hauptvertreter der? 77 -> „römischen Schule". Carlo Cignani (Joseph und Potiphars Weib, Dresden), einR Frances-Schüler Albanis, und Marcanton Franceschini (h. Magdalena, Dresden), Schüler' chwi 'Cignanis, wandeln ebenfalls in den Gleisen der Eklektiker, während Giuseppe Maria
E-E („lo 8x«Zmioto« wegen seiner Vorliebe für die spanische Tracht) der naturalistischen
1865-1747 Richtung angehört (Ohnmacht des h. Stanislaus im Gesü in Ferrara, zwölf Bilder INder Dresdner Galerie).