Band 
Dritter Band.
Seite
463
JPEG-Download
 

Z 263. Fünftes Kapitel: Literatur von 1618 bis 1660. Kunst des Barocks.

463

gelehrten, Christi Predigt, Dreikönigsabend, Faust, der h. Hieronhmus in bergiger Land-schaft, Anbetung der Hirten (mit der Lampe) 1654, Flucht nach Ägypten, h. Familie imZimmer, Jesus vom Tempel zurückkehrend, das Kolfspicl, Jesus erscheint den Jüngern, dieJünger in Emmaus, Darstellung im Tempel (Hochformat), Kreuzabnahme (bei Fackel-schein), Grablegung, David und Goliath, Christus dem Volke dargestellt, der Gold-schmied, Abrahams Opfer, Abraham und die Engel, der h. Hieronhmus im Walde, die dreiKreuze, Frau beim Opfer, der Phönix (Allegorie), Petrus und Johannes an derTempelpforte, Jupiter und Antiope, Frau mit dem Pfeil, Charakterköpfe; Bildnisse:Rembrandts Mutter, 1631, Rembrandt mit dem Säbel, mit dem Federbarett, Rembrandtmit Saskia, Samuel Manasse ben Israel, Saskia, Rembrandt mit aufgestütztem Arm(Anlehnung an Raffaels Graf Castiglione), Jan Six, Jan Asselijn, Rembrandt am Fensterzeichnend, der Knpferstichhändler Element de Jonghe, 1651, Jan Antonides van den Linden,der ältere Haaring, Jan Lntma d. ä., Arnold Tholinx; Landschaften: die Windmühle, dieHütte bei dem großen Baum, die Hütte mit dem Heuschober, die Hütte hinter dem Planken-zaune, die Landschaft mit den drei Bäumen, das herannahende Unwetter (1643,bald nach Saskias und der Mutter Tode), die Hütte am Kanal, die Brücke, Ansicht vonOmval, Kahn unter Bäumen, Landschaft mit dem Zeichner, mit dem Turm, 1648, mit dersausenden Kuh, mit dem Milchmann, mit dem Jäger, mit dem viereckigen Turm, mit demKahn, Heuschober und Schafherde, der Obelisk, Kanal mit Schwänen, das Landgut desGoldwägers, Kanal mit Uferstraße, Waldessaum, die „Große Flucht nach Ägypten" (inElsheimers Art); Stilleben: die Muschel, das Schwein. Kein Künstler hat soviel Zeich-nungen hinterlassen als Rembrandt; in flüchtigen Strichen und verwaschenen Tönen mitRohrfeder und Pinsel, Kreide, Rötel und Binster, seltener mit dem Silberstift ausgeführt,begleiten sie die Radierungen der einzelnen Lebensabschnitte in Komposition und Dar-stellungsweise. — Jan Lievensz, Rembrandts gleichalteriger Freund (Opfer Abrahams,Vraunschweig) und Salomon Koninck (der Einsiedler, Dresden) schließen sich an Rem-brandt an; zu seinen eigentlichen Schülern rechnen: Govaert Flinck (Doelen- undRegentenstücke, Schützenfest zur Feier des Westfälischen Friedens, Jsaak segnet Jakob, inAmsterdam, Verstoßung der Hagar, in Berlin), Ferdinand Bol (Regenten des Leprosen-Und des Huiszittenhauses, im Amsterdamer Rathaus, Ruhe auf der Flucht, in Dresden,Bildnisgruppe im Amsterdamer Reichsmusenm), Jan Victor (Mädchen am Fenster, imLouvre, Dorfzahnarzt, „Ferkelschlachten" im Amsterdamer Reichsmuseum), Gerbrandtvan den Eeckhout (Salomos Götzendienst, in Brüssel, Galerie Arenberg, Mutter undKind, in Braunschweig).

Die bedeutendsten holländischen Sittenmaler dieser Zeit, in denen der Geist des FransHals fortwirkt, sind außer den oben genannten: Adr iaen van Ostade, der humoristischeBauernmaler (Bauerntanz in der Schenke, in Dresden, der Zahnbrecher, in Wien, Bauern-gesellschaft, der Arzt, der Raucher, in Berlin, Bauerntanz, Bauernrauferei, in München,der Geiger, in der Eremitage, Dorfschenke, in Dresden, der Alchymist, in der LondonerNational Gallerh, Dorfschule, im Louvre, Ländliches Konzert, in der Eremitage, Rast, imAmsterdamer Reichsmuseum; Radierungen: der Leiermann, der Familienvater, der Charlatan,Ne Spinnerin, die Puppe), Adriaens Bruder Jsack van Ost ade (Bauer im Schlapphut,M Berlin, Belustigung auf dem Eise, in Dresden, Halt vor der Bauernschenke, im Amster-damer Reichsmusenm), der Bürgermeister von Deventer Gerard Terborch, Genre- undPorträtmaler der vornehmen Kreise, der sich an Tizian und Vclazquez bildet (der Friedens-kongreß in Münster, in der Londoner National Gallerh, das Konzert, im Louvre, „Väter-liche Ermahnung" (der zweideutige Antrag) in Berlin und Amsterdam, Offizier einen Brieflesend, Dame sich die Hände waschend, in Dresden, Konzert, in Berlin, Selbstbildnis imHoag), sein Schüler Kaspar Netscher, aus Heidelberg, geziert und elegant (Dame amKlavier, in Dresden, Dame mit dem Papagei, in München, der Briefschreiber, in Dresden,^lltenbilder und Bildnisse im Haag und in Kassel), dessen Sohn Konstantin Netscher(Bildnis Wilhelms III. im Amsterdamer Reichsmusenm) und der vielseitige, satirische Lebens-„vvstler Jan Steen (15 Gemälde im Amsterdamer Reichsmuseum, darunter sein Selbst-^lonis, der „Prinsjestag", Tanzstunde, Nach dem Gelage, die Kranke und der Arzt, derhekontrakt, in Braunschweig, das Bohnenfest, in Kassel, Streit beim Spiel, in Berlin,Nktrakspieler, zechendes Pärchen, in der Eremitage).

Eine Anzahl Sittenmaler, die Schule von Leiden, hält sich an Rembrandts Frühwerke.

"Klein- und Feinmaler" Gerard Don, Schüler Rembrandts, sicherer Zeichner undöstlicher Kolorist, malt mit Vorliebe Interieurs, Typen des Mittelstandes, Figuren am Fenster.le„Ä^ Ntutter (Haag), die wassersüchtige Frau (Louvre), Selbstbildnis, Abendschule (Be-ttung durch Kerzenlicht, Amsterdam), Köchin (Karlsruhe), Zahnarzt (Dresden). Der be-

I. Lievensz1807—1674S. Körnn«1809-1858G. Flinck1815—1860F. Bol1616—1680I. Victorgeb. 1620G. van ds»Eeckhout1621-1674Sitten-nialerA.vanOstads1818-1685

J.vanOstads1621-1649

G. Terborchum 1614-1681

K. Netscher18S9—1684

C. Netscher1668 -1722

I. Steen1626—1679

G. Do»1618-1675