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Überschau und Vorblick.
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abwechselnd ein Vordringen Asiens und Europas zeigen, und daß dafürzwei Wege in Frage kommen, der über Nordafrika nach Südeuropa undder über die Balkanhalbinsel nach Ungarn. Während auf jenem die letztePeriode dieses Gegensatzes schon mit der Schlacht bei Tours und Poitierseröffnet war (II, 8 62), begann sie auf diesem erst 1683 mit der Schlachtam Kahlenberge: abgeschlossen ist diese Periode heute noch nicht. Zunächstvermochte Österreich die Türkei aus Ungarn zu verdrängen und konntezeitweilig sogar nach der Balkanhalbinsel übergreifen. Das geschah, wiegesagt, um dieselbe Zeit, wo die französische und schwedische Vorherrschaftzusammenbrach: die Machtstellung dieser Staaten hatte eben in Wechsel-wirkung zueinander gestanden.
Sie hatte aber nicht zum wenigsten auf der Schwäche des euro- emopäische»Päischen Zentrums, Deutschlands und Italiens, beruht, die mit 3 -ntrumsdem Verfall des mittelalterlichen Kaisertums begonnen hatte (II, 8 274)und für Deutschland durch den Dreißigjährigen Krieg vollendet worden war.
Die Staaten Italiens blieben auch ferner im Besitze fremder Mächte unddienten als Ausgleichsmittel auf der Wage des europäischen Gleichgewichts;auch das Deutsche Reich als Ganzes blieb schwach, aber zwei seiner Einzel-staaten stiegen doch machtvoll empor. Nach Nordosten entfaltete Branden- Preußenbürg eine beachtenswerte Kraft und trat als Königreich Preußen inden Kreis der europäischen Großmächte, und im Südosten erwarb Öfter- Österreichreich das türkische Ungarn und übernahm damit eine weltgeschichtlicheAufgabe (8 293).
Die innere Entwicklung der europäischen Staaten steht in dieser Ab-'^Periode fast überall nach französischem Vorbilde unter dem Zeichen derunumschränkten Monarchie. Weshalb der Absolutismus in Frank-reich siegte, ist früher dargelegt worden (Z 220). Es erhellt daraus, daßer für die Nation heilsam war: er erfüllte die neuen Ausgaben der innerenRegierung und hob das nationale Ansehen nach außen, er vertrat diebisher unterdrückten Kreise gegen die vom Mittelalter her bevorrechtetenStände, er war in gewissem Sinne das, was wir soziales Königtumnennen. Deshalb fand er seine Gegner in der Aristokratie, seine Stützein den breiten Massen, eine Gruppierung, die ja im letzten Grunde fürjede Monarchie gilt (II, 8 322). In diesen Leistungen liegt sein gutesRecht, und ohne sie wäre er nicht entstanden. Man darf eben den Ab-solutismus nicht nach der Entartung beurteilen, der er schließlich verfiel.
Eine solche Entartung trat ein, als die Herrscher nicht mehr die moralischeKraft, nicht mehr die politische Klugheit besaßen, die Gefahren des Systemszu vermeiden. Diese Gefahren aber liegen in der willenlosen Gefügigkeitaller Kreise der Nation; durch sie entsteht leicht ein Zustand, in demnicht mehr das Interesse der Nation auch das des Monarchen ist, sonderndas persönliche des Monarchen als das der Nation angesehen wird. Dannwird der Absolutismus zur fürstlichen Willkür, und dann erhebt sich nocheine zweite Gefahr. Der Absolutismus zwingt die privilegierten Stände,sich ihm zu fügen, er macht den Feudaladel zum Hofadel, aber dessensoziale Stellung bleibt bestehen, wird sogar gehoben, weil die Verbindungwit dem Hofe einen Ersatz bieten soll für die verlorenen Rechte. Je mehrnun der Monarch vergißt, daß das Recht des Absolutismus in der Für-sorge für das große Ganze ruht, desto mehr vermögen die Privilegiertenoie ihnen noch gebliebenen Feudalrechte dem Volke gegenüber geltend zu