Band 
Dritter Band.
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Vierter kuch.

Das Zeitalter deß Absolutismus (1660—1742).Vorherrschaft Frankreichs und europäisches Gleichgetvicht.Oiedergang Schwedens und der Türkei.

F°LW 8 264. überschatt und VorbliS. Das Jahr 1660 bezeichnet einenwichtigen Einschnitt der europäischen Geschichte. Im Westen. Nordostenund Südosten Europas vollziehen sich um diese Zeit bedeutsame Wand-lungen. Allen voran steht die Tatsache, daß mit dem Phrenäenfrieden(1659) die spanische Periode der europäischen Geschichte endet und ihrefranzösische Periode beginnt: Ludwig XIV., der 1661 nach demTode Mazarins selbst die Regierung übernimmt, führt das nach ihmbenannte Zeitalter herauf. Er wollte der erste König Europas werden;in immer steigendem Ehrgeiz strebte er nach der Erwerbung Spaniensund damit nach einem Reiche, wie es einst Karl V. besessen hatte; erdachte sogar an die Gewinnung der römischen Kaiserkrone. Diese Zieleerreichte er zwar nicht, aber er vollendete die Vorherrschaft Frank-reichs in Europa; hierbei wirkte auch der aus dem Mittelalter über-kommene (Z 1) imperialistische Gedanke nach.j,UrV°°r- Frankreich war für diese Vorherrschaft, wie einst Spanien (II, Z 340),Herrschaft! innerlich gerüstet durch den Sieg des absoluten Königtums, das-rMbsolutis-Arzfte der Nation in deren Dienst zwang, die Aufgaben der staat-lichen Verwaltung erfüllte und nach außen glänzende Erfolge errang.Dazu aber kam ihm die Gesamtlage Europas sehr zustatten,d. h. die Schwäche Spaniens und Deutschlands, die Politik der Stuarts^anims^und die Stellung Schwedens und der Türkei. Über die Schwäche«> Schwäch-Spaniens und des in eine Unzahl fast souveräner Staaten aufgelösten°u Deiches als Ganzen brauchen wir kein Wort mehr zu ver-

d-r Quarts lieren. Die Wiedereinsetzung der Stuarts war für Frankreichgünstig, weil diese wieder wie ihre Vorfahren die englische Verfassungim absolutistischen und katholischen Sinne umzugestalten suchten. Dadurchgerieten sie zu ihrem Volke in Gegensatz und suchten Anlehnung an«) Bündnis-^ankreich. Mit Schweden setzte Frankreich die im DreißigjährigenSchweden Kriege geknüpften Beziehungen fort; es half Schwedens Großmacht-stellung aufrecht erhalten und hatte dafür in ihm einen wertvollen Ver-bündeten gegen das aufstrebende Brandenburg, dessen Kurfürst anfing mitseinen eignen auch deutsche Interessen gegen Frankreich zu wahren. Inähnlicher Weise bot die seit 1660 zu neuen Vorstößen nach Westen aus-