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Drittes Kapitel: Deutschland von 1648 bis 1700.
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Kaisers und vermittelte im Verein mit dem Kurfürsten Moritz die Unterwerfung Philippsvon Hessen (Z 65), er nahm dann das Angsburger Interim an (Z 67), beteiligte sich nichtan dem Borgehen Moritzens gegen den Kaiser, ließ aber seinen gewandten Kanzler LamprechtDistelmeyer an dem Passauer Vergleich (I 70) und dem Angsburger Religionsfrieden(8 72) mitwirken und führte danach die Reformation in seinem Lande vollständig durch.Die Bistümer Havelberg, Lebus und Brandenburg brachte er unter landesherrliche Ver-waltung, indem in den beiden ersteren 1553 und 1555 sein Enkel Joachim Friedrich, inletzterem 1560 sein Sohn Johann Georg Administrator wurde. An drei Stellen eröffneteer seinem Hause wichtige Anwartschaften. Er erreichte, daß 1551 sein Sohn Friedrich,nach dessen Tode 1552 sein zweiter Sohn Sigismund und 1567 sein Enkel Joachim Friedrichzum Erzbischof (Administrator) von Magdeburg erwählt wurde, schloß 1537 einen Erbvertragmit Herzog Friedrich II. von Liegnitz, Brieg und Wohlan (wobei der Kurprinz mit dessenTochter und ein Sohn des Herzogs mit einer Tochter des Kurfürsten verlobt wurden) und»hielt 1569 vom Polenkönig Sigismund die Mitbelehnung mit Preußen. Der dunkelstePunkt seiner Regierung war seine Finanzverwaltung: sie führte zur Erhöhung derständischen Macht. Joachim war ein leichtlebiger, prachtliebender und verschwenderischerHerr und machte viel Schulden, aus denen ihn auch die Finanzkünste seines Münzmeisters,des Juden Lippold, nicht retten konnten. So mußte er sich an die Stünde wenden. Dieseübernahmen wiederholt die Schulden des Kurfürsten, benutzten aber die Gelegenheit zurBeschränkung der landesherrlichen Macht, indem sie durchsetzten, daß die Steuererhebung ihrerKontrolle unterstellt wurde. — Die Haltung Johanns von Neumark wich vielfach vonder des Bruders ab; er trat entschiedener für die protestantische Sache ein, wirkte bei demFürstenbund gegen Karl V. mit (Z 69) und war ein sehr sparsamer Fürst.
Johann Georg vereinigte, da sein Oheim Johann ohne männliche Erben starb,die Marken wieder und suchte die Mißstände der väterlichen Regierung zu beseitigen. Erließ den Juden Lippold, weil er den Kurfürsten bezaubert habe (Betrug konnte man ihmnicht nachweisen), unter entsetzlichen Grausamkeiten hinrichten, war sehr sparsam und er-wirkte von den Ständen neue Steuern zur Schuldentilgung, mußte ihnen dafür aberweitere Zugeständnisse (z. B- Erweiterung der gutsherrlichen Rechte) machen, so daß sie fastin Mitregcnten des Landes wurden.
Joachim Friedrich schloß nach langen Verhandlungen mit dem Markgrafen GeorgFriedrich von Ansbach-Bayreuth und seinen Stiefbrüdern, denen der Vater Teile derMarken vermacht hatte, den Geraer Hausvertrag. Danach behielt der Kurfürst dieMarken ungeteilt, seine Stiefbrüder Christian und Joachim Ernst aber erhielten, als GeorgFriedrich starb (1608), die Fürstentümer Bayreuth und Ansbach (Stammbaum 8 u), wo ihreNachkommen bis 1791 regierten. Die Vormundschaft über den geisteskranken Albrecht Friedrichlwn Preußen, die Georg Friedrich geführt hatte, wurde dem Kurfürsten vom Polenkönigzuerkannt. Das schlesische Herzogtum Jügerndorf, das Georg Friedrichs Vater Georg 1524flaust hatte, überließ der Kurfürst 1607 seinem zweiten Sohne Johann Georg; sein dritterAhn Christian Wilhelm wurde 1599 an des Vaters Stelle Administrator von Magdeburg.>iur die auswärtigen Geschäfte, die Finanzverwaltung und die Landesverteidigung errichteteKurfürst den „Geheimen Rat".
Johann Sigismund gewann, wie früher näher dargelegt ist (Z 180), durch denErtrag von Tanten (1614) Kleve, Mark und Ravensberg und nach dem Tode seinesSchwiegervaters (1618) das Herzogtum Preußen. Damit wurden im Westen und Osten dieAenzpfähle gesteckt, zwischen denen sich der brandenbnrgisch-preußische Staat ausdehnenWIlte; seinen eignen Grenzen verteidigte er nun auch die deutschen. Diese Erwerbungen"»ursachten große Kosten, und so mußte der Kurfürst sich immer wieder um Geldbewilligungen^ die Stände wenden; führte das zu manchen Mißhelligkeitcn, so wurde die Lage weiterNchwert durch des Kurfürsten Übertritt zum Calvinismus (1613), der bei den Ständen^"gernis erregte.
G e o r g W i l h e l m war ein schwacher, unentschlossener Fürst und ließ sich vollständigc?" °em katholischen Grafen Adam von Schwarzenberg leiten. Dieser erstrebte imna»"" »ne Stärkung der landesherrlichen Macht im Geiste des Absolutismus,er w in dem großen Kriege Neutralität unter Hinneigung zum Kaiser;
den s* ^shalb der erzwungenen schwedischen Allianz nicht geneigt und eröffnete schließlich
. ^3 Ü^gen Schweden. Diese Politik ist dem Lande unheilvoll geworden, und Schwarzen-8 ist deshalb sehr hart getadelt worden. Gewiß ist die katholische Gesinnung des leitendenüber rfür Brandenburg damals nicht vorteilhaft gewesen, aber man darf bei dem UrteilStö Politik doch nicht vergessen, daß die Neutralität auch von anderen Räten und denwden gebilligt wurde, daß sn den Beziehungen zu Schweden die protestantischen Jnter-
Johann
Georg
1511—1503
JoachimFriedrichIMS—1008
isss/isor
1604
Johann
Sigismund
1668-1810
Georg
Wilhelm
1619-1640
Beurteilungder PolitikSchwanen-LergS