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Viertes Buch: Das Zeitalter des Absolutismus ( 1660 — 1740 ).
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Stücke für Schulaufführungen zu schreiben. So bearbeitete er geistliche Stoffe wieTriumphierende Keuschheit, Beschützte Unschuld, oder griff mit Masaniello,Karl Stuart u. a. in die Weltgeschichte; anderes, z. B. Bäuerischer Macchiavel,Verkehrte Welt, war freie Erfindung. Auch als Satiriker in lyrischen Gedichten, wieÜberflüssige Gedanken der grünenden Jugend, Reife Gedanken, Dergrünenden Jugend notwendige Gedanken, im Roman, so in Den drei Erz-narren der ganzen Welt und Den drei klügsten Leuten der ganzen Welt,endlich als Kirchenlieddichter kam Weise von der Nüchternheit nicht los.
Weise ist in allem das Widerspiel der vornehmen, volksfremden Herren inSchlesien. Nicht ohne dichterische Gaben, dazu federgewandt, brachte er zwardie Schulkomödie noch einmal zur Blüte, auch über Sachsens Grenzenhinaus, opferte aber dem Streben nach Natürlichkeit, dem Realismus, auch denletzten Rest volkstümlicher Kunst, was er durch den Abstieg in die niedrigsteKomik mit Hanswurst und „Pickelhäringswitz" büßte. Das bescheidene Ausmaßseiner künstlerischen Forderungen endlich zog jene allerwärts wuchernde Mittel-mäßigkeit groß, die in ihrer Selbstgenügsamkeit ein bedenkliches Hindernis jedesAufschwungs werden sollte.
Den zweiten Stoß gegen die Schlesier führten die sogenannten Hof-poeten, die ihre Vorbilder in Frankreich suchten, die Poetik des Horaz und desBoileau (ß 358) dem Regelwerk Opitzens entgegenstellten und in Oden, Fest- undGelegenheitsgedichten, Satiren usw. dem Marinismus der Schlesier glatte Formund gebildete Sprache vorzogen. Sie fanden um so günstigeren Boden, alseben damals französische Bildung und Sprache an den Fürstenhöfen und beimAdel zur Herrschaft gelangten. Auch diese Gruppe rekrutierte sich wie dieSchlesier aus der vornehmen Welt.
1651—isgg Der preußische Geheime Staatsrat Freiherr von Canitzwarin seinen kalten Gedichten
doch schlicht und frei von Schwulst; nicht so der Brandenburger, dann Dresdner Ober-iW^-iiW zeremonienmeister Johann von Besser. An der Aufgabe dieser Dichter, den Prunkhöfischen Lebens zu verewigen, scheiterte auch Bessers später geadelter Nachfolger in Dresden,1741 bon König, der durch sein unvollendetes Manövercpos August im Lager zu eigentüm-Reukirch Berühmtheit gelangt ist. Durch Lauch wurde auch Benjamin Neukirch, zuletzt
1665-1129 Prinzenerzieher und Hofrat in Ansbach, für die französische Manier gewonnen.
Einen dritten Angriff gegen die Schlesier unternahm von Hamburg ausi6m-gea°°n der geborene Elbinger Christian Werni(g)ke, der später im dänischen Ge-ne« sandtschaftsdienste nach Paris ging.
Sein geistreicher Spott setzte den Schlesiern arg zu, selbst dem besonnenen Logau,dessen Sinngedichten er seine französisch-witzigen Epigramme oder Überschrifteni 68 o^iiri entgegenstellte. Dadurch rief er die Operndichter Hunold und Postel, die in Hamburgdas Banner der Schlesier hochhielten, auf den Plan. Hunold hatte als „Mcnantes"satirische Romane, Theatralische, galante und geistliche Gedichte geschrieben-Mit dem Törichten Pritschmeister wandte er sich gegen Wernike, wie dieser mit deinHeldengedicht Hans Sachs genannt gegen Postel (Stelpo), dessen epische Versuche,Homerübersetzung u. a. mit Hunolds Satire zusammen den trüben Bodensatz der SchlesischenKunst darstellen.
Hamburg war überhaupt der Mittelpunkt des geistigen Lebens im Norden.Hier zeitigte der Wohlstand eine Blüte der Oper (ß 365). Hier rangen dieliterarischen Richtungen mitunter heftig um den Sieg.
1708-1181 Dem natürlichen Frohsinne Friedrichs von Hagedorn, der in seiner VaterstadtHamburg als Vertreter einer englischen Handelsgesellschaft behaglich lebte, mußte die heitereund gewählte Art besonders zusagen. In der Fabel und der Erzählung in Versen warLafontaine sein Vorbild, im Lied und in der Epistel Horazens Lebensweisheit. Auch mitanmutigen, leichten Liedern verfiel der Verfasser der Moralischen Gedichte nicht in^chü°Egkeit und gelangte zu einer Berühmtheit, um die seine Nachfolger, die A n a -1121—1181 kreontiker Gleim (Z 418 ), Peter Uz (Z 418 ) und Nikolaus Götz vergeblich warben-
Mit einer Übertragung der zahlreichen, unter des griechischen SängersAnakreon Namen überlieferten und seiner wenigen echten Scherz-, Trink- undLiebeslieder trat dieser Hallische Dichterkreis vor die Öffentlichkeit. Die eigenen