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Dritter Band.
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694 Fünftes Buch: Das Zeitalter des aufgeklärten Absolutismus. 8 380.

tätigkeit auch Österreich zur Ruhe bringen zu können. Ob das gelingen würde, das hingvor allem davon ab, wie der Westminstervertrag in Frankreich wirken würde,ii, um diese Zeit erschien ein französischer Gesandter in Berlin, um den König

"" ^ i znm Angriff auf Hannover zu bestimmen. Friedrich lehnte ab und gab den Westminster-vertrag bekannt. In Frankreich herrschte darüber große Erbitterung, erstens weilFriedrich nicht den Krieg für Frankreich führen wollte und mehr noch, weil erden Vertrag nicht vor Abschluß mitgeteilt hatte. Die Folge dieser Erbitterung warder Anschluß an Österreich.

v) ö.sterr.- Kaunitz hatte den schon früher (8 378) gehegten Plan eines österreichisch-französischen^Vertrag Bündnisses wieder aufgenommen, als England seine Mitwirkung zur Rückgewinnung Schlesiensverweigerte. Die der Marquise Pompadour und deren Günstling, dem Abbe Bernis,Herbst 1755 gemachten österreichischen Eröffnungen waren von diesen und ebenso von Ludwig XV. gutausgenommen worden, auch deshalb, weil Friedrich boshafte Bemerkungen über den französi-schen Hof gemacht hatte. Die Nachricht vom Westminstervertrag überwand nun den Wider-I.Mai 1750 stand der französischen Minister und führte zu dem Vertrage von Versailles, in demFrankreich und Österreich sich versprachen, im Falle eines Angriffs einander mit 24000 Mannzu Hilfe zu kommen.

Auch dieser Vertrag war defensiv, doch erklärte Ludwig XV., daß er bereit sei,auch auf die österreichischen Angrisfspläne einzugehen. Der Vertrag vonVersailles war ein glänzender Sieg Österreichs, ein Mißgriff Frankreichs, dasdamit genötigt wurde, seine Kräfte, die es für den Seekrieg so nötig brauchte, auf einenLandkrieg zu verwenden, und zwar gegen den Staat, der das natürliche Gegengewichtgegen Habsburg, den alten Feind Frankreichs, bildete. Der französische Minister des Aus-wärtigen, Rouille, war denn auch Gegner des Vertrags.

Ergebnis Der österreichischen Diplomatie war die säst vollständige Isolierung(Einkreisung) Preußens durch Bündnisse der kontinentalen Nachbar-mächte gelungen: eine Neugruppier ung der Mächte hatte sich unterÜberwindung einer Jahrhunderte alten Feindschaft (Öster-reich-Frankreich) vollzogen.

^ru,fische'^ 8 680. Friedrichs Entschluß zum Kriege. Die von Österreich ge-

Angrins- schlossenen Bündnisse waren, wie das bei allen derartigen Bündnissen derFall ist, der Form nach Verteidigungsbündnisse: tatsächlichindes war man seit 1755 in Wien und Petersburg zum Angriffauf Preußen entschlossen. Die Geheime Staatskonferenz in Wien be-schloß schon am 21. August 1755 den Angriffskrieg. Bestuschew wünschtedie Eröffnung des Krieges im August 1756, Kaunitz aber setzte den Auf-schub bis zum Frühjahr 1757 durch; er erklärte, daß weder in Österreichnoch in Rußland die Rüstungen bis August 1756 vollendet sein könnten,und hoffte bis zum nächsten Jahre auch Frankreich für den Angriffskrieggewinnen zu können.

Friedrich der Große hatte in all der Zeit aus guten Gründenpoltti« die Erhaltung des Friedens als Hauptziel seiner Politik verfolgt-Mochte er an sich auch eine Abrundung Preußens durch sächsische undwestpreußische Gebiete für erstrebenswert ansehen: bei der damaligen Welt-lage konnte er nicht darauf rechnen, durch einen Angriffskrieg neuenGewinn davonzutragen; viel näher lag die Gefahr, dadurch das erworbeneSchlesien wieder zu verlieren.

Du erhielt er die Nachricht, daß 140000 Russen nach Livland vor-- rückten, und daß österreichische Truppenbewegungen in Böhmen stattfänden.*Kriegs-" Weiter erfuhr er durch die Verräterei des sächsischen Kanzlisten Menzel,riistungsn ihm Abschriften der in Dresden eingehenden Aktenstücke übermittelte,von den russisch-österreichischen Rüstungsplänen. Eine Mit-teilung aus Petersburg „im engsten Vertrauen von sehr guter Hand" (vondem für Friedrich begeisterten Großfürsten Peter, dem Neffen Elisabeths und