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Dritter Band.
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8 396. Drittes Kapitel: Europa und Nordamerika bis zur französischen Revolution. 719

mit dem sächsischen Kurfürsten Friedrich August, der selbst Anspruch aufbayerische Allode zu haben glaubte. Frankreich, mit dem Österreich janoch verbündet war, wünschte wegen seines Eintritts in den amerikanischenKrieg (Z 407) keine Verwicklungen in Deutschland; es sprach sich alsGarant des Westfälischen Friedens gegen die österreichischen Forderungenaus und erklärte, daß das französisch-österreichische Bündnis von 1756(8 379) sich nur auf die alten Besitzungen Österreichs, nicht auf neueErwerbungen beziehe.

Da Joseph nicht nachgab, ließ Friedrich Truppen in Böhmen einrücken ErSA*und eröffnete damit den Bayerischen Erbfolgekrieg. Zu größerenkriegerischen Unternehmungen kam es jedoch in diesem „Kartoffelkriege", wieihn der Volkswitz nannte, nicht: um so mehr wurde verhandelt. MariaTheresia, die mit dem Vorgehen ihres Sohnes nicht einverstanden warund einen Krieg für aussichtslos hielt, wollte Bayern ausgeben, wennFriedrich auf seine Ansprüche auf Ansbach - Bayreuth (8 401) verzichtenwürde. Friedrich ging darauf ebensowenig ein wie auf den Gedankenseines Bruders Heinrich, gegen Abtretung der Lausitzen die österreichischenPläne zuzulassen. Österreichs Lage wurde noch ungünstiger, als Rußlandunter französischer Vermittlung mit der Türkei den Vertrag von AinaliKawak (ß 413) schloß und dadurch freie Hand für eine etwaige Unter- Mr, i??sstützung des mit ihm noch verbündeten Preußen erhielt. Nun endlich gabJoseph nach, und es wurde unter Vermittlung Frankreichs und Ruß-lands der Friede von Teschen abgeschlossen. Danach verblieb Bayern >s. Mm 1779den Wittelsbachern, Österreich erhielt nur das Jnnviertel, Sachsen wurdedurch Geld entschädigt, für Preußen wurden die Ansprüche auf Ansbach-Bayreuth anerkannt.

Der Friede von Teschen war ein Erfolg Friedrichs, weil die Vergrößerung Österreichsverhindert wurde, und weil Friedrich als Beschützer der Reichsordnung gegen den Kaiseraufgetreten war: sein Ansehen im Reiche mußte dadurch steigen. Daneben aber hatte dieRivalität der Großmächte abermals den Fremden die Möglichkeit der Einmischung gegeben;dabei ist besonders bedeutsam, daß Rußlands Haltung von noch größerem Gewicht gewesenvwr, als die Frankreichs. Rußland schien immer mehr eine entscheidende Stimme in EuropaM gewinnen.

8 39K. Das österreichisch-russische Bündnis. Der Fürstenbund.

Der Tod Friedrichs des Großen. Der maßgebende Einfluß, den Ruß- ->» Rußlandland soeben geübt, die Stütze, die es Friedrich dem Großen geboten hatte,veranlaßten Joseph II. und Kaunitz, auf die Sprengung des preußisch-russischen Bündnisses hinzuarbeiten und selbst eine Annäherung an RußlandM suchen. Gegen den Wunsch seiner Mutter reiste Joseph nach Peters- April i7souurg; freie Hand für seine neue Politik aber erhielt er erst durch den Tod ^aria^kuaria Theresias. Katharinas orientalische Pläne, die auf die Er- 2 g.Nov. 17 MWerbung Konstantinopels hinausliefen, hatten bei Friedrich keine Unter-stützung gefunden, da er, wie wir wissen (8 393), in der Türkei einenWöglichen Verbündeten gegen Österreich sah. Damit verlor das Bündnisvut Preußen für Katharina an Wert, und als nun Joseph erklärte, daßdie Russen im Orient unterstützen wolle, kam es zu einem Bünd-zwischen Österreich und Rußland. Das bedeutete einen nsrolligen Umschwung der Lage: Österreich gab die Politik von 1771 (8 393),

- h. den Schutz der Türkei, aus; Preußen aber, das sich seit 1764 Lst^jch.-aus das russische Bündnis gestützt hatte, war isoliert. Die Pläne dereuen Verbündeten richteten sich auf eine Tei lung derTürkei: Katha-