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Dritter Band.
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Fünftes Buch: Das Zeitalter des aufgeklärten Absolutismus.

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das Lob des großen Preußcukönigs, der ihn bei einer Vorstellung in Leipzig für den „ver-nünftigsten unter den deutschen Gelehrten" erklärte.

Wie Geliert, so waren die Bremer Beiträger insgesamt anfänglich Gottsched-jünger gewesen, hatten sich aber jederzeit eine gewisse Selbständigkeit gewahrt.Ihre gänzliche Abkehr von dem Leipziger Gebieter entschied dann der EintrittKlopstocks in ihre Gemeinschaft, der er auch ein würdiges Denkmal in seinemWingolf gesetzt hat, einer Folge von Oden, die in schwungvoller Sprache denganzen Kreis der Freunde besingen.

Der Erfolg von Gellerts Fabeln bestärkte die Zeitgenossen in der Pflege^Knön-m" dieser Gattung, die auch sonst, wie in der Schweiz durch Meyer von1705—1785 Knonau, beliebt geworden war.

Im unmittelbaren Anschlüsse an Gellert dichtete der „Bater" Gleim (s. unten) Fabeln,NAsE» ebenso Gottfried Licht wer, seit 1751 Konsistorialrat in Halberstadt, der auch das lehrhaftePfssiel Recht der Vernunft verfaßte, und Gottfried Konrad Pfeffel. Trotz seiner frühzeitigenI7ss—1809 Erblindung, die ihm nie Gemütsruhe und Heiterkeit geraubt hat, errichtete er in Kalmar,seiner Vaterstadt, eine Erziehungsanstalt für zukünftige Offiziere und wurde später in dasprotestantische Oberkonfistoriuni berufen. Von der Äsopischen Fabel Lichtwers wandte ersich wieder mehr Gellerts Vorbildern, Lafontaine und anderen Franzosen, zu.

Übrigens war allen drei Fabeldichtern der Erfolg beschieden, daß mehr alseinzelnes aus ihren Sammlungen noch heute lebt.

Schweizer Pon den Nachahmern Klopstocks waren es die Schweizer lß 354), diesich unter den ersten und ganz an den Sänger des Messias anschlössen. IdyllischeErzählungen und Schilderungen nach dem Alten Testament wurden ihre Lieblings-gegenstände.

Bodmer Bodmer (H 354), der gastfreie Gönner junger Dichter, wie Klopstocks und Wielands,

1898—1783 stme Noachide nunmehr in Klopstocks Manier, der sich, dankbar für solche Teil-

nahme, eng an Bodmer anschloß, um so mehr, als Gottsched in törichter Verblendung einEpos des talentlosen Freiherr« vonSchönaich (H 355) als Werk echter Kunst der Messiadegegenüberstellte. Bodmers Landsmann, der Landschaftsmaler und Buchhändler Salomoni 7 M—iM« Gehn er, schrieb in ungebundener Rede den Tod Adels und Idyllen (s. unten). AuchLavätsr Johann Kaspar Lavater (8360) wurde von Klopstock zur Dichtung angeregt. Schwärmerisch1741—I8üi angelegt und mehr und mehr zum Eiferer für strengreligiöse Gläubigkeit gegen Aufklärungund Freigeistcrei geworden, ließ er sich durch das glühende Verlangen nach einer Offen-barung Gottes in sichtbarer Gestalt zu den wunderlichsten Annahmen und Schriften vereleiten. Auch zu den Geheimwissenschaften nahm er seine Zuflucht. Alles das entfremdet-ihm schließlich auch Goethes Neigung. Als Dichter versuchte er sich erfolglos im biblischenEpos, Jesus Messias, Joseph von Arimathia, und Drama, Abraham undJsaak. Ausgegangen war er von Schweizerliedern mit christlich-sittlichem Grundtone,der dann ausschließlich den Charakter der Christlichen Lieder bestimmt. Lavatersganzes Wesen war menschenfreundlich gerichtet, und in diesem Sinne waren auch seine viel-besprochenen, doch nicht ungefährlichen Physiognomischen Studien „zur Beförderungder Menschenkenntnis und Menschenliebe" gemeint.

Auch außerhalb der Schweiz füllte sich der Büchermarkt mit „Patriarchaden".Zachariäs Spott machte die Welt nicht irre. Er selbst hatte zwar seineSchöpfung der Hölle unvollendet, auch Wieland es bei einem Erstlings-versuche Der geprüfte Abraham bewenden lassen. Doch der als Schrift-steller und Staatsmann berühmte Karl von Moser ließ sich durch Klopstock zueinem Heldengedichte in Prosa Daniel in der Löwengrube anregen, wieGleim zum Tod Adams.

«.von Karl von Moscr, hessischer Minister, war ein vaterländisch gesinnter Mann, der freiere,

1723—1798 aus dem englischen Verfassungsleben geschöpfte politische Ansichten mit strenger Gläubigkeitzu vereinen und im wahren Christentume den Quell der Vaterlandsliebe nachzuweisen suchte-Seine Geistlichen Gedichte wurden viel gelesen; doch höher stehen seine politischenGleim Schriften durch den Freimut ihres Verfassers. — Der edle und freigebige „Vater" Gleiin,1719—1803 deutsche Anakreon", war eine weiche, leichtempfängliche Natur, die schnellbegeistert neuenAnregungen nachgab. Auf den mannigfachsten Gebieten hat er sich versucht. UnbestrittenerErfolg war seinen Preußischen Kriegsliedern eines Grenadiers beschieden-Svüter vertauschte er diese „frische, aus dem Leben gegriffene Originalität" mit der ge-