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Dritter Band.
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Sechstes Buch: Südosteuropa und Asten-

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siegreicher Feldherr; um noch unbedingter zu herrschen, entthronte Nadirden Schah Tachmasp und ließ dessen erst sechs Monate alten Sohn AbbasMirza zum Schah ausrufen. Nadir führte nun einen siegreichen Krieggegen die Türkei (H 428) und konnte dann, gestützt auf diese Erfolge,nach Abbas' III. Tode selbst den persischen Thron besteigen.

Nadir Schah war einer der bedeutendsten Herrscher Persiens undhat dem Reiche nochmals eine gebietende Stellung gegeben. Im Friedenmit den Türken gewann er die 1724 verlorenen Grenzgebiete zurück (Z 428).Sein Übertritt zum sunnitischen Glauben erregte zwar Verstimmung beiden Persern, schuf ihm aber zunächst Ruhe gegen die Türkei. Und diesebrauchte er für seine Eroberungszüge nach Norden und Osten. Nachdem1737, 1738 er Balch dem Chan von Buchara entrissen und die Afghanen in Kandahar773g unterworfen hatte, zog er nach Indien. Er eroberte Delhi (4. Mai 1739),raubte hier gewaltige Schätze (Z 432) und nötigte den GroßmogulMohammed, ihm die Provinzen bis zum Indus abzutreten und außer-dem noch einen bedeutenden Tribut zu zahlen. Die indischen Schätzeerlaubten ihm in Persien die Steuern zu erlassen und machten ihn da-durch sehr populär. Er dankte seine Erfolge seinem tüchtigen Heere, undi7i5 mit diesem gewann er auch noch einen Sieg über die Türken bei Eriwan,ohne freilich weiteren Nutzen daraus ziehen zu können (Z 428). Inzwischenwar nämlich seine Stellung in Persien ungünstiger geworden. Je länger jemehr traten seine tyrannischen Neigungen hervor; sie entsprangen demMißtrauen, das er gegen seine schiitischen Untertanen hegte, und äußertensich in Grausamkeiten. Ein sunnitischer Herrscher mußte eben den schiiti-schen Persern verhaßt bleiben: es entstand eine Verschwörung, und Nadir20 . Jmü 17« wurde ermordet.

Seitdem ging es mit Persien wieder bergab; wie so oft im Orientruhte auch diesmal das Großreich aus der Person des Gründers. DieAfghanen sagten sich endgültig von Persien los (§ 431) und trenntendamit dauernd das östliche von dem westlichen Iran. In Persienselbst aber tobten mehrere Jahre lang Kämpfe zwischen den selbständig ge-K-nm^Lhan wordenen Statthaltern der einzelnen Provinzen, bis endlich KerimChansich der Herrschaft bemächtigte. Sein Sieg erscheint als eine Erhebung desnationalen, schiitischen Persertums, da er sich nicht Schah,sondern nur Wekil (d. h. Reichsverweser eines Sefiden) nannte. Er nahm1755 seine Residenz in Schiras, regierte gerecht und milde und gewann demReiche wieder größeres Ansehen. Nach seinem Tode begannen neue Thron-kämpfe zwischen den Gliedern seiner Familie; den Thron gewann Kerims1781-1785 Neffe Ali Murad, und ihm folgten Dschafar und Lutf Ali. Alle dreiDschafar hatten gegen Aga Mohammed, den Führer der Kadscharen, eines schiitischenE Turkmenenstammes, zu kämpfen. Er hatte sich in Masanderan, wohin1789-1791 einst der letzte Sefide entwichen war, unabhängig gemacht, ließ Dschafarermorden und gewann den Thron, nachdem Lutf Ali im Kampfe ge-fallen war.

Mohammed Aga Mohammed (Mohammed Schah) begründete die noch heute1791-179? regierende Dynastie der Kadscharen. Persien bewahrte das seit 1722gefährdete Schiitentum, war aber unter die Herrschaft eines nördlichen„Barbaren" geraten. Wie in China die Mongolenkaiser ihre Residenz inder Nähe der Heimat ihres Geschlechts aufschlugen (II. § 394), so tatdas auch Mohammed Schah, indem er Teheran zur Reichshauptstadt