§431.
Erstes Kapitel: Die Türkei und Persien.
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machte. Es war das auch deshalb wichtig, weil die Beziehungen zuRußland von nun an von immer größerer Bedeutung für Persien wurden.Mohammed kämpfte mit den Russen um Georgien, ohne ihnen dies Landentreißen zu können; im Innern regierte er sehr grausam und fiel des-halb von Mörderhand. Es folgte sein Neffe Baba Chan, als SchahFeth Ali genannt. Er verstand es, seine Stellung im Reiche sehr zufestigen und eroberte auch Chorasan, wo sich Nachkommen Nadirs selb-ständig behauptet hatten. Viel weniger glücklich war er gegen Rußland,das unaufhaltsam über den Kaukasus vordrang (IV, H 394). WennPersien bisher im Norden seine höhere Kultur gegen Barbaren zu ver-teidigen hatte, so sah es sich nun dem Vertreter einer halbeuropäischenKultur gegenüber; dazu kamen von Süden bald noch die Engländer.
Persiens Schicksal wurde hinfort wesentlich bestimmt durch die russisch-eng-lische Rivalität; im ganzen überwog der nähere russische Einfluß. Danebenwurde, wie in der Türkei, die Frage der inneren Reformen von größterWichtigkeit.
431. Afghanistan. Nachdem in Nordindien seit dem 13. Jahr-hundert mehrere afghanische Dynastien bestanden hatten (II, § 391),gelangte Afghanistan im 16. Jahrhundert unter die Herrschaft desGroßmoguls (II, ^ 392), wurde ihm aber von den Herrschern des neuenPerserreiches streitig gemacht. Schah Abbas II. vereinigte das Land nachder Eroberung der Hauptstadt Kandahar mit Persien (tz 430). Mit demNiedergang des Sefidenhauses machten sich die Afghanen unter Mir Weisunabhängig, und sein Sohn Mir Mahmud gewann auch die Herrschaft in "WPersien; ihm folgte Aschraf, wurde aber von Nadir gestürzt (Z 430); Edarauf kam Afghanistan wieder unter persische Herrschaft. Nach NadirsTode machte Achmed Schah aus dem Geschlechte der Abdali Afghanistanzu einem selbständigen Reiche und begründete die Dynastie der Dur ani(so genannt, weil er den Namen Dur-i-Duran ^ Perle der Perlen an-nahm). Er dehnte seine Herrschaft nach Westen über Herat und Chorasan,nach Osten über Kabul, Dschalahabad, Multan, Lahore, das Pendschabund Kaschmir aus und unternahm mehrere verheerende Feldzüge nachNordindien. Dabei zog er zweimal in Delhi ein und brachte auch den E, i?«oMahratten mehrere Niederlagen bei, die schwerste bei Panipat (Z 432). EWie vor ihm Nadir Schah schleppte auch er gewaltige Schätze aus Indienfort. Indes auch seine Reichsschöpfung hatte keinen Bestand. Schonunter seinem Sohne Timur Schah machten sich einzelne Teile desReiches halb unabhängig; dann begannen wilde Thronkämpfe. TimursSohn Siman wurde von seinem Bruder Mahmud, der sich mit demGeschlecht der Bariksai verbündet hatte, entthront und geblendet; Mäh- Mahmudmud wurde 1804 von seinem Bruder Schudscha vertrieben, kehrte aber Mg-iW:nach dessen Sturz 1809 auf den Thron zurück. Um sich von der Bevormun- schudschadüng der Bariksai zu befreien, ließ Mahmud deren Oberhaupt Fath Chan i«oi-i8osermorden; das hatte seine abermalige Entthronung zur Folge. Er behauptetejedoch Herat als eigene Herrschaft und hinterließ es bei seinem Tode (1829)seinem Sohne; erst 1863 wurde Herat wieder von den Afghanen erobert.
In Afghanistan hörte mit Mahmuds Sturz die Durani-Dynastieauf; an ihre Stelle traten die Bariksai. Das Land wurde untermehreren Söhnen Fath Chans geteilt, von denen Dost Mohammed ^in Kabul der mächtigste war; er ist der Stammvater der jetzt regierenden iMs-iM?