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Zweites Kapitel: Süd- und Ostafien.
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Abul. Fasl; Mars jähzorniger, dem Trmik ergebener Sohn Selim haßte aber diesenersten Ratgeber seines Vaters so, daß er ihn hinterlistig ermorden ließ (1602).
Dieser Selim, der sich Dschihangir (— Eroberer der Welt) nannte,vermochte zwar auch als Kaiser seine Trunksucht und seinen Hang zuGrausamkeiten nicht immer zu zügeln, hielt aber doch das Reich imganzen auf der vom Vater erreichten Höhe. Sein Sohn SchahDschihan (— König der Welt) vergrößerte es durch Ahmadnagar (1687),verlor aber Kandahar an die Perser (1648); im Innern förderte er dieWohlfahrt seines Landes und schuf die Glanzperiode der mohammedanischenKunst in Indien (II, ß 187). Vierzig Moscheen verdanken ihm seineEntstehung; das größte Wunderwerk der Kunst war der Taj-Mahal inAgra, das Grabmal des Kaisers und seiner Lieblingsgattin. Die glänzendstePracht zeigte der in Gestalt eines ausgebreiteten Pfauenschweifes gebildetePfauenthron, dessen Edelsteine einen Wert von mehr als 6 Mill. Pf. Sterl.hatten. Gegen Ende der Regierung Schah Dschihans brach ein Kriegunter seinen vier Söhnen aus, in dessen Verlauf Aurungseb den Vatergefangen setzte (1658) und seine drei Brüder beseitigte. Der so Allein-herrscher gewordene Aurungseb nannte sich Alamgir (— Welteroberer)und wird von den Mohammedanern hochgepriesen; aber gerade der kirchlicheFanatismus, den sie an ihm rühmen, hat das Reich schwer geschädigt.Aurungseb wich ab von der klugen Politik Akbars und wollte ein Vor-kämpfer des sunnitischen Glaubens sein; deshalb unterdrückte er die anders-gläubigen Hindus und zerstörte deren Tempel und Heiligtümer. Dadurchmachte er die Radschputen, die Akbars Entgegenkommen gewonnen hatte,wieder zu erbitterten Feinden des Mogulreiches. Aurungsebs größter Er-folg war die Eroberung von Bidschapur (1686) und Golconda (1687), dernoch selbständigen mohammedanischen Staaten Indiens; er gab damitdem Mogulreiche die größte Ausdehnung. Dabei kam ihm zustatten, daßdiese Bachmanistaaten zugleich durch die neue reinindische Macht derMahratten angegriffen wurden; gewährten diese so dem Mogul auchzunächst einen Vorteil, so mußten sie (eben als Vertreter des Hindu-tums) doch schließlich seinem Reiche viel gefährlicher werden, als die moham-medanischen Wachmann
Die Mahratten waren ein kräftiger, kriegerischer Hindustamm im nordwestlichenDekan, der in lockerer Abhängigkeit von Bidschapur stand. Um die Mitte des 17. Jahrhundertstrat unter ihnen Siwadschi als Führer auf; er weckte den national-religiösen Haßgegen den Mohammedanismus und kämpfte erfolgreich gegen Bidschapur und dannauch gegen den Großmogul. Dabei wußte er die zwischen beiden mohammedanischen Staatenbestehende Feindschaft geschickt zur Stärkung der eigenen Macht zu benutzen und erklärtesich 1664 für unabhängig (II, H 392). Die militärische Tüchtigkeit der Mahratten er-möglichte es ihm, den Nachbarstaaten einen Tribut (Mahrattcntribut) aufzulegen, ein System,das später weiter ausgebildet wurde. Nach Siwadschis Tode und nach der Eroberung vonBidschapur und Golconda griff Aurungseb auch die Mahratten an, wurde aber trotz einigerErfolge und trotz der größten Anstrengungen zurückgeschlagen.
Aurungseb, der, wie wir wissen (8 291), auch mit den Engländernzu kämpfen hatte, war der letzte bedeutende Großmogul; die nachfolgendenKaiser waren Schwächlinge, unter denen das Reich immer mehr zurück-ging. Großwesire und Frauen des Harems gewannen den maßgebendenEinfluß, einzelne Provinzen rissen sich unter den immer unabhängigerwerdenden Subahdars (Statthaltern) los, und von außen drängten dieMahratten, Afghanen und Perser. Zwar gelang den nächsten NachfolgernAurungsebs, Bahadur Schah und Farokhsir, noch die Besiegung
D(chihang1r
1605-1627
SchahDschihan1627—16581 1666
Aurungseb(Alamgir I.)1653—170?
Mahratten
1630
1686, 1687
Bahadur
Schah
1707-1712