Band 
I. Teil.
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Mittelalter.

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8. Alboin, der Langobardenkönig. 568.

Paulus Diakonus, Geschichte der Langobarden. Paulus, ein gelehrter undvornehmer Langobarde, verbrachte sein Leben teilweise am Hofe Karls des Großen,teilweise im Kloster. — Geschichtschreiber der deutschen Vorzeit.

Nachdem Narses... das gesamte Volk der Goten überwundenund vernichtet und auf gleiche Weise auch über die ... fränkischenHerzöge gesiegt, dazu eine große Masse Gold und Silber nebstanderen reichen Schätzen gesammelt hatte, erhob sich unter den Rö-mern, für die und gegen deren Feinde er doch immer tätig gewesen war,großer Neid wider ihn. Sie verleumdeten ihn also bei dem Kaiser Ju«stinus und dessen Gemahlin Sophia und sprachen die Worte: „Für dieRömer war es wahrlich besser, den Goten dienstbar zu sein als denGriechen, wo der Eunuche Narses befiehlt und uns in drückender Knecht-schaft hält. Unser gnädigster Fürst weiß das nicht: entweder aber be-freie uns aus jenes Hand, oder sei versichert, wir überliefern die StadtRom und uns selbst fremdem Volke..." Dadurch wurde der Kaisersehr heftig gegen Narses aufgebracht, daß er augenblicklich den Longinusnach Italien schickte, damit er des Narses Stelle als Statthalter über-nehme. Narses erschrak über diese Nachricht nicht wenig und fürchtetesich besonders vor der Kaiserin Sophia so sehr, daß er nicht nach Kon-stantinopel zurückzukehren wagte. Unter anderem habe, so wird erzählt,die Sophia ihm, weil er ein Eunuch war, auch das sagen lassen, er solleheimkommen und mit ihren Mägden Wolle spinnen in der Weiberstube.Darauf soll nun Narses zur Antwort gegeben haben, er wolle ihr einGespinst anfertigen, das sie ihr Lebtag nicht mehr werde entwirrenkönnen. Hierauf zog er sich aus Haß und Furcht nach der Stadt Neapelin Kampania zurück und schickte bald nachher Boten an das Volk derLangobarden mit der Aufforderung, sie sollten doch ihre ärmlichen Felderin Pannonien verlassen und sich in den Besitz von Italien setzen, dasreich an allen Schätzen sei; zugleich schickte er verschiedene Arten vonObst und andere Erzeugnisse Italiens mit, um dadurch ihre Gemüternoch mehr anzureizen. Die Langobarden nahmen freudig die gute underwünschte Botschaft auf und faßten große Gedanken und Hoffnungenfür die Zukunft. Sofort wurden in Italien nachts schreckliche Zeichensichtbar, feurige Schlachtreihen erschienen am Himmel als Vorbedeutungdes vielen Blutes, was bald nachher vergossen ward. Alboin überließjetzt Pannonien den Hunnen und führte sein Volk nach Italien.

Die meisten Städte fielen nach kurzem Widerstand, Pavia abererst nach einer mehr als dreijährigen Belagerung in seine Hand. Alsnun Alboin von Osten her durch das St. Johannistor in die Stadt ein-zog, da stürzte sein Pferd mitten im Tor, und weder durch die Sporendes Reiters noch durch die Schläge des Marschalls konnte es wieder aufdie Beine gebracht werden. Da sprach ein Langobarde zu dem König:„Erinnere dich, mein König, was für ein Gelübde du getan hast; brich