Band 
I. Teil.
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Mittelalter,

dieses grausame Gelübde, und du wirst alsbald in die Stadt einziehen;denn wahrhafte Christen sind es, die sie bewohnen." Mboin hatte näm-lich gelobt, die gesamte Bevölkerung, weil sie sich nicht hatte ergebenwollen, mit dem Schwert umzubringen. Ms er nun aber sein Gelübdebrach und den Bürgern Gnade versprach, da erhob sich sein Pferd so-gleich, und als er in die Stadt eingezogen war, so hielt er sein Ver-sprechen und tat niemandem etwas zuleide. Da strömte alles Volk zuihm in den Palast und faßte nach so großem Elend wieder frohe Hoff-nung für die Zukunft. Nachdem Mboin drei Jahre und sechs Monatein Italien regiert hatte, fiel er durch die Anschläge seiner Gemahlin.Die Ursache aber seiner Ermordung war folgende: Als er in Veronalänger, als er hätte tun sollen, fröhlich bei einem Gelage saß, den Bechervor sich, den er aus dem Schädel seines Schwiegervaters hatte machenlassen, da befahl er, auch der Königin Wein zu reichen, und forderte sieselbst auf, lustig mit ihrem Vater zu trinken. Wie nun Rosamunde solcheshörte, da regte sich tiefer Schmerz in ihrem Herzen, den sie nicht mehrzu unterdrücken vermochte, und sie glühte von dem Verlangen, durchdie Ermordung des Gemahls den Tod des Vaters zu rächen, und ver-schwor sich bald darauf mit Helmigis, des Königs Schildträger, zurErmordung Mboins. Rosamunde hieß nun, als sich Mboin um Mittagzur Ruhe gelegt hatte, alles im Palaste fülle sein, schaffte alle Waffenbeiseite bis auf des Königs Degen, den sie zu Häupten seines Ruhe-bettes festband, daß er ihn weder aufheben, noch aus der Scheide ziehenkonnte, und dann ließ das unnatürlich grausame Weib den MörderHelmigis herein. Mboin erkannte, sobald er aufwachte, die Gefahr,die ihm drohte, und griff schnell nach seinem Schwert, aber es war sofest angebunden, daß er es nicht wegreißen konnte; da nahm er eurenFußschemel und wehrte sich damit einige Zeit. Aber ach! der streit-barste und kühnste Mann vermochte nichts gegen seinen Feind undward wie ein Schwächling umgebracht; er, der durch die Besiegungso vieler Feinde sich den größten Kriegsruhm erworben hatte, fiel durchdie Ränke eines Weibes. Sein Leichnam wurde unter lautem Jammernund Klagen beigesetzt.

S. Chlodwigs Bekehrung zum Christentum. 4S8.

Gregor von Tours, Zehn Bücher fränkischer Geschichte. Gregor war Bischofin Tours, starb 594. Seine Frankengeschichte ist die wichtigste Quelle für jeneZeit, reicht bis 591. Die Fortsetzung dazu bildet die Chronik des Mönches Fredegaraus Burgund, die in der Mitte des 7. Jahrh, geschrieben ist. — Nach Richter, a. a. O.:

Die Königin Chlotilde ließ nicht ab, in ihren Gemahl, den KönigChlodwig, zu dringen, daß er den wahren Gott bekenne und vonden Götzen ablasse. Aber auf keine Weise konnte er zum Glauben be-kehrt werden, bis er endlich einmal mit den Wemannen in einen Krieggeriet. Da zwang ihn die Not, zu bekennen, was sein Herz vordem