Band 
I. Teil.
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Die Zeit des Absolutismus.

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Ehrsucht und die schimpfliche Vernachlässigung der Geschäfte. Anstattunaufhörlich Pläne zu Eroberungen zu machen, würden sich diese Götterder Erde alle Mühe geben, das Glück ihres Volkes zu sichern, sie würdenall ihren Fleiß anwenden, den Unglücklichen Erleichterung zu verschaffenund ihre Regierung milde und zur Wohlfahrt der Menschen zu führen;ihre edlen Taten müßten es wünschenswert machen, als ihr Untertangeboren zu sein; es müßte unter ihnen ein edler Wettstreit herrschet!,es einander an Güte und Milde zuvorzutun. Mögen sie inne werden,daß der wahre Ruhm eines Fürsten nicht in der Unterdrückung seinerNachbarn, nicht in der Vermehrung der Anzahl seiner Sklaven besteht,sondern darin, die Pflichten seines Amtes zu erfüllen und in allem denAbsichten derer zu entsprechen, die ihn mit seiner Macht bekleidet habenund von denen ihm die höchste Gewalt übertragen ist.

Solche Monarchen sollten bedenken, daß die Ehrsucht und eitleRuhmbegierde Laster sind, die man an einem Privatmann mit Strengeahndet und die man immer an einem Fürsten verabscheut.

Auf der andern Seite würden die Fürsten, wenn sie immer ihrePflicht vor Augen hätten und ihre Obliegenheiten nicht als ihrer Größeunwürdige Beschäftigungen vernachlässigten, nicht das Wohl ihrer Völkerblindlings der Sorge eines Ministers anvertrauen, der bestochen werdenkann, dem es vielleicht an Talenten fehlt und dem fast nie das all-gemeine Beste so am Herzen liegt als dem Herrn. Die Fürsten würdenselbst über die Schritte ihrer Nachkam wachen; sie würden die äußersteSorgfalt anwenden, um in deren Pläne einzudringen und ihren Unter-nehmungen zuvorzukommen: sie würden sich durch gute Bündnisse gegendie Politik jener unmhigen Geister in Sicherheit setzen, die nicht auf-hören, um sich zu greifen, und die, gleich dem Krebse, an allem nagen undalles verzehren, was sie berühren. Die Klugheit würde die Bande derFreundschaft und die Bündnisse, die dergleichen Fürsten schlössen, engerzusammenziehen: die Weisheit würde ihre Ratgeberin sein und diePläne ihrer Feinde in der Geburt ersticken: sie würden ein tätiges Leben,das beständig die Wohlfahrt des Ganzen zum Zwecke hätte, dem trägenund wollüstigen Hofleben vorziehen . . .

23. Aus dem „Antimachiavelli."

Bei Schilling, a. a. O., Übersetzungen.

Kapitel 1. Wenn man richtig urteilen will, muß man erst die Naturdes Gegenstandes, über den man sprechen will, erforschen, muß man biszum Urspmng der Dinge zurückgehen, um soviel als möglich ihre Grund-ursachen kennen zu lernen; es ist dann leicht, ihre Fortschritte und alleFolgen, die sich daraus ergeben können, darzulegen. Ehe Machiavelli dieverschiedenen Staatsformen angab, hätte er meines Erachtens den

Schmieden, Quellen zur Geschichte. I. 13