Die Zeit des Absolutismus.
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gefehlet. — Der König: Er hat ja zwei Auguste in Sachsen gehabt!
— Geliert: Wir haben auch in Sachsen einen guten Anfang gemacht.
— Der König: Wie will Er denn einen August in ganz Deutschlandhaben? — Geliert: Nicht eben das: ich wünsche nur, daß ein jederHerr in seinem Lande die guten Genies aufmuntere. — Der König:Ist Er gar nicht aus Sachsen weggekommen? — Geliert: Ich bineinmal in Berlin gewesen. — Der König: Er sollte reisen! ^-Geliert:Jhro Majestät: dazu fehlet mir Gesundheit und Vermögen. — DerKönig: Was hat Er denn für eine Krankheit, etwa die gelehrte? —Geliert: Weil sie Jhro Majestät selbst so nennen, so mag sie so heißen,in meinem Munde würde es zu stolz geklungen haben. — Der König:Ich habe sie auch gehabt, ich will Ihn kurieren. Er muß sich Bewegungmachen, alle Tage ausreiten und alle Wochen Rhabarber nehmen. —Geliert: Diese Kur möchte wohl eine neue Krankheit für mich sein.Wenn das Pferd gesünder wäre als ich, so würde ich's nicht reiten können,und wäre es ebenso krank, so würde ich auch nicht fortkommen. — DerKönig: So muß Er fahren! — Geliert: Dazu fehlt mir das Vermögen.
— Der König: Ja, das ist wahr, das fehlt immer den Gelehrten inDeutschland, es sind wohl jetzo böse Zeiten? — Geliert: Jawohl, undwenn nun Jhro Majestät Deutschland den Frieden geben wollten. —Der König: Wie kann ich denn! Hat Er's denn nicht gehöret, es sindja drei wider mich! — Geliert: Ich bekümmere mich mehr um die alteals neue Geschichte. — Der König: Was meinet Er, welcher ist schönerin der Epopöe, Homer oder Virgil? — Geliert: Homer scheinet wohlden Vorzug zu verdienen, weil er das Original ist. — Der König:Aber Virgil ist viel polierter. — Geliert: Wir sind zu weit von Homerentfernt, als daß wir von seiner Sprache und Sitten richtig genug solltenurteilen können, ich traue darinnen dem Quintilian, welcher Homersden Vorzug gibt. — Der König: Man muß aber auch nicht ein Sklavevon den Urteilen der Alten sein. — Geliert: Das bin ich nicht, ichfolge ihnen nur alsdann, wenn ich wegen der Entfernung selbst nichturteilen kann. — Der Major Quintus: Er hat auch deutsche Briefeherausgegeben. — Der König: So! Hat Er denn auch wider den Lt^Iuin(lnriss geschrieben? — Geliert: Ach ja, Jhro Majestät. — Der König:Aber warum wird das nicht anders? Es ist etwas Verteufeltes, sie bringenmir ganze Bogen, und ich verstehe nichts davon. — Geliert: Wennes Jhro Majestät nicht ändern können, so kann ich es noch weniger; ichkann nur raten, wo Sie befehlen. — Der König: Kann Er keine vonseinen Fabeln auswendig? — Geliert: Ich zweifle, mein Gedächtnisist mir sehr untreu. — Der König: Besinne Er sich, ich will unterdessenherumgehen. Nun, hat Er eine? — Geliert: Ja, Jhro Majestät: „Einkluger Maler in Athen, / der minder, weil man ihn bezahlte, / als weiler Ehre suchte, malte, / ließ einen Kenner einst den Mars^im Bilde sehn/und bat sich seine Meinung aus; / der Kenner sagt ihm frei heraus, / daß