Band 
I. Teil.
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Die Zeit des Absolutismus.

ihm das Bild nicht ganz gefallen wollte / und daß es, um recht schönzu sein, / weit minder Kunst verraten sollte. / Der Maler wandte vielesein: / der Kenner stritt mit ihm aus Gründen / und konnt ihn doch nichtüberwinden. — Gleich trat ein junger Geck herein / und nahm das Bildin Augenschein. /O, rief er bei dem ersten Blicke,/ihr Götter, welchein Meisterstücke! / Ach welcher Fuß! O wie geschickt / sind nicht die Nägelausgedrückt!/Mars lebt durchaus in diesem Bilde./ Wieviele Kunst,wieviele Pracht/ist in dem Helm und in dem Schilde/ und in derRüstung angebracht! — Der Maler ward beschämt, gerühret / und sahden Kenner kläglich an./Nun, sprach er, bin ich überführet!/Ihr habtmir nicht zu viel getan. / Der junge Geck war kaum hinaus, / so strich erseinen Kriegsgott aus." — Der König: Und die Moral? — Geliert:Gleich, Jhro Majestät: „Wenn deine Schrift dem Kenner nicht gefällt, /so ist es schon ein böses Zeichen; / doch wenn sie gar des Narren Loberhält, / so ist es Zeit, sie auszustreichen." — Der König: Das ist schön;recht schön: Er hat so was Galantes in seinem Wesen. Das verstehe ichalles. Da hat mir aber Gottsched eine Übersetzung der Jphigenia vor-gelesen, ich habe das Französische darbei gehabt und kein Wort verstanden:sie haben mir noch einen Poeten, den Pietsch, gebracht: den habe ichweggeworfen. — Geliert: Jhro Majestät: den werfe ich auch weg.— Der König:Nein, wenn ich hier bleibe, so muß Er öfter wiederkommenund seine Fabeln mitbringen und mir daraus vorlesen. — Geliert:Ich weiß nicht, ob ich ganz gut lese, ich habe so einen singenden gebirgi-schen Ton. — Der König: Ja, wie die Schlesier; nein, Er mußseine Fabeln selbst lesen, sie verlieren sonst. Nun! komme Er baldwieder. —

Ungeachtet dessen, was der König am Ende sagte, so ist doch derProfessor nicht wiedergekommen oder gerufen worden. Da er weg-gegangen, hat der König gesagt: Das ist ein ganz anderer Mann alsGottsched, und den andem Tag bei der,Tafel: Das ist der vernünftigsteunter allen deutschen Gelehrten.

39. Der König beim Friedensschlüsse

an den Marquis d'Argcns.

. . Ich persönlich bedaure, wie Sie wissen, nicht, daß der Friedegeschlossen ist. Wenn der Staat einige Provinzen mehr erworben hätte,würde das ohne Zweifel ein Vorteil gewesen sein; aber, da das nichtvon mir, sondem vom Glück abhängig war, stört dieser Gedanke MeineRuhe in keiner Weise. Wenn ich das Unglück des Krieges wieder gutmache, werde ich zu etwas gut gewesen sein, und damit begnügt sichmein Ehrgeiz . . .