Die Zeit des Absolutismus.
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besonders die Bettelorden, zu verringern, so wird das Volk lau werden,und da es dann weniger abergläubisch ist, den Regenten gestatten, sie,die Bischöfe, auf das herunterzusetzen, was dem Wohle des Staates zu-träglich ist. Das ist der einzige Gang, den man nehmen muß. Wennman das Gebäude des Unsinns ganz leise und ohne Geräusch untergräbt,so bewirkt man, daß es notwendig von selbst einfällt. Der Papst ist inseiner Lage genötigt, Breves und Bullen zu erlassen, wie seine liebenSöhne sie nur immer von ihm fordern. Seine Macht, die auf demidealen Ansehen des Glaubens beruht, verliert in eben dem Verhältnis,wie dieser sich vermindert. Wenn noch einige Minister, die über die ge-meinen Vorurteile hinaus sind, an die Spitze der Nationen kommen,so wird der Heilige Vater Bankerott machen. Schon haben seine Wechselund Airweisungen ihren Kredit zur Hälfte verloren...
Potsdam, 8. September 1776.
... Sie behaupten mit Recht, daß unsere guten Deutschen erst dieMorgenröte der Bildung haben. Die schöner: Wissenschaften stehn jetztbei ihnen auf demselben Punkt, auf dem sie irr Frankreich unter Franzdem Ersten standen. Man liebt sie, sucht sie auf, und sie werden vonFremden zu uns verpflanzt; aber der Boden ist noch nicht so dazu vor-bereitet, daß er sie selber hervorbringen kann. Der Dreißigjährige Kriegist für Deutschland schädlicher gewesen, als man auswärts glaubt. Manmußte mit dem Ackerbau anfangen, dann zu Manufakturen und endlichzu einem kleinen Handel fortgehn. So wie alles dies festen Fuß gewinnt,entsteht Wohlstand, und auf ihn folgt der Überfluß, ohne den die Künstenicht gedeihen können. Die Musen verlangen, daß der Fuß des Parnaßvon dem Paktolus*) benetzt wird. Erst muß man etwas zu leben haben,ehe man sich unterrichten und frei denken kann. Athen tat es in der:Wissenschaften und schöner: Künsten den Spartanern zuvor. Deutschlandwird nicht eher Geschmack bekommen, als bis man die klassischen Schrift-steller der Griechen, Römer und Franzosen mit Nachdenken studiert.Dann werden zwei oder drei gute Köpfe die Sprache bestimmen, sieweniger barbarisch machen und den Meisterstücken der Fremden in ihremLande das Bürgerrecht verschaffen.
Ich für mein Teil werde, da meine Laufbahn zu Ende geht, dieseglückliche Zeit nicht erleben. Gem hätte ich zu ihrem ersten Entstehenetwas beigetragen; aber was hat ein Geschöpf tun können, das zweiDritteile seines Lebens hindurch von unaufhörlichen Kriegen geplagtwurde oder die Übel, die sie verursacht hatten, wieder gutmachen mußteund überdies zu einem so großen Unternehmen viel zu geringe Talentebesitzt?...
*) Fluß in Lydien, der Goldsand mit sich führte.