Band 
I. Teil.
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Die Zeit des Absolutismus.

44. Der König an die Justizminister.

Potsdam, 7. November 1777.

Es mißfällt mir sehr, da ich vernehme, daß mit denen armen Leuten,die in Prozeß-Sachen in Berlin zu tun haben, so hart umgegangen wirdund daß man sie mit Arrest bedrohet und verfolget, wie solches mit demJakob Dreher aus dem Amte Liebemühl in Ost-Preußen geschehen,der sich eines Prozesses wegen dort aufhält und den die Polizei hatarretieren wollen. Ob ich nun wohl derselben solches bereits untersagthabe, so muß ich Euch dennoch und besonders dem Etats-Minister vonMünchhausen hierdurch zu erkennen geben, daß in meinen Augen einarmer Bauer ebensoviel gilt wie der vornehmste Graf und der reichsteEdelmann, und ist das Recht sowohl für vornehme als geringe Leute.

Ich verbiete daher alles Ernstes, mit denen armen Leuten nichtso hart und gewaltsam zu verfahren und sie vor ausgemachter Sachegleich mit Gefängnis zu bedrohen, vielmehr stattdessensie glimpflich an-zuhören und die Beendigung ihrer Prozesse desto mehr zu beschleunigen,damit sie prompte abgefertiget werden und nicht nötig haben, sich dar-nach dorten so lange aufzuhalten. Ihr habt Euch also hiernach gehörigzu richten.

45. Goethe an seinen Freund Merck.

Weimar, 5. August 1778.

.. .Auch in Berlin war ich im Frühjahr; ein ganz ander Schau-spiel. Wir waren wenige Tage da, und ich guckte nur drein wie dasKind in Schön-Raritäten-Kasten. Aber du weißt, wie ich im Anschauenlebe; es sind mir tausend Lichter aufgangen. Und dem alten Fritz binich recht nah worden, da ich hab sein Wesen gesehn, sein Gold, Silber,Marmor, Affen, Papageien und zerrissene Vorhänge und hab über dengroßen Menschen seine eignen Lumpenhunde räsonieren hören . . .

46. Der König über die Schulen

an den Minister von Zcdlitz.

Potsdam, 5. September 1779.

Da ich gewahr geworden, daß bei den Schulanstalten noch vieleFehler sind und daß besonders in den kleinen Schulen die Rhetorik undLogik nur sehr schlecht oder gar nicht gelehrt wird, dieses aber einevorzügliche und höchst notwendige Sache ist, die ein jeder Menschin jedem Stande wissen muß, und das erste Fundament bei Erziehungjunger Leute sein soll — denn wer zum besten räsoniert, wird immerweiter kommen als einer, der fasche Conssquences ziehet, — so habe