Band 
I. Teil.
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Die Zeit des Absolutismus.

Köpfen. Kutscher und Vorreiter in der damaligeil königlichen Livree,blau, Kragen, Aufschläge, Taschen und alle Nähte mit einem rotenTuchstreifen besetzt, dieser aber wieder mit zwei schmalen goldenenTressen eingefaßt, was sehr gut aussah. In den vier Nebentritten derKutsche standen vier Pagen, rot mit Gold, seideneil Strümpfen undFederhüten, — hinten der Bedientensitz leerund hinter diesem,unten, wo mml zu dem Bediententritt aufsteigt, stand ein Stallknecht.— So bewegte sich der Zug langsam heran und fuhr in das Portal ein.Wir sahen von der Treppe hinunter. Der Prinz Heinrich stand an derWagentür, die Pagen öffneten sie, der König stieg aus, begrüßte denBruder, nahm ihn bei der Hand, stieg die Treppe hinauf, und so gingensie nahe bei uns vorbei, in die Zimmer hinein, wo jetzt die Studentenumherstarnpfen.

Das dritte Mal sah ich ihn in demselben Jahre von der Revue<21. Mai) zurückkommen. Mein Hofmeister war deshalb mit mir nachdem Halleschen Tor gegangen, weil man schon wußte, daß er an demTage allemal seine Schwester, die Prinzessin Amalie, besuchte. Er kamgeritten auf einem großen weißen Pferde, ohne Zweifel der alte Conde,der nachher noch 20 Jahre lang das Gnadenbrot auf der Tierarzneischulebekam; denn er hat seit dem bayrischen Erbfolgekrieg beinahe kein anderesPferd mehr geritten. Sein Anzug war derselbe wie früher auf der Reise,nur daß der Hut ein wenig besser war, ordentlich aufgeschlagen und mitder Spitze nach vorn, echt militärisch aufgesetzt war. Hinter ihm wareneine Menge Generäle, dann die Adjutanten, endlich die Reitknechte.Das ganze Rundteil (jetzt Belle-Alliance-Platz) und die Wilhelmstraßewaren gedrückt voll Menschen, alle Fenster voll, alle Häupter entblößt,überall das tiefste Schweigen und auf allen Gesichtern ein Ausdruckvon Ehrfurcht und Vertrauen, wie zu dem gerechten Lenker aller Schick-sale. Der König ritt ganz allein vorn und grüßte, indem er fortwährendden Hut abnahm. Er beobachtete dabei eine sehr merkwürdige Stufen-folge, je nachdem die aus den Fenstem sich verneigenden Zuschauer eszu verdienen schienen. Bald lüftete er den Hut nur ein wenig, baldnahm er ihn vom Haupte und hielt ihn eine Zeitlang neben diesem, baldsenkte er ihn bis zur Höhe des Ellenbogens herab. Aber diese Bewegungdauerte fortwährend, und so wie er sich bedeckt hatte, sah er schon wiederandre Leute und nahm den Hut wieder ab. Er hat ihn vom HalleschenTor bis zur Kochstraße gewiß zweihundertmal abgenommen.

Durch dieses ehrfurchtsvolle Schweigen tönte nur der Hufschlagder Pferde und das Geschrei der Berlinischen Gassenjungen, die vor ihmhertanzten, jauchzten, die Hüte in die Luft warfen oder neben ihm her-sprangen und ihm den Staub von den Stiefeln abwischten. Ich und meinHofmeister hatten so viel Platz gewonnen, daß wir mit den Gassenjungen,den Hut in der Hand, neben ihm herlaufen konnten. Bei dem Palasteder Prinzessin Amalie in der Wilhelmstraße angekommen, war die Menge