Band 
I. Teil.
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Die Zeit des Absolutismus

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noch dichter, denn sie erwartete den König da; der Vorhof war gedrängtvoll, doch in der Mitte, ohne Anwesenheit irgend einer Polizei, geräu-miger Platz für ihn und seine Begleiter. Er lenkte in den Hof hinein,die Flügeltüren gingen auf, und die alte, lahme Prinzessin Amalie, aufzwei Damen gestützt, die ,Oberhofmeisterin hinter ihr, wankte die flachenStiegen hinab, ihm entgegen. Sowie er sie gewahr wurde, setzte ersich in Galopp, hielt, sprang rasch vom Pferde, zog den Hut, umarmtesie, bot ihr den Arm und führte sie die Treppe wieder hinauf. DieFlügeltüren gingen zu, alles war verschwunden, und noch stand dieMenge, entblößten Hauptes, schweigend, alle Augen auf den Fleck ge-richtet, wo er verschwunden war, und es dauerte eine Weile, bis einjeder sich sammelte und ruhig seines Weges ging.

Und doch war nichts geschehen! Keine Pracht, kein Feuerwerk,keine Kanonenschüsse, keine Trommeln und Pfeifen, keine Musik, keinvorangegangenes Ereignis! Nein, nur ein dreiundsiebzigjähriger Mann,schlecht gekleidet, staubbedeckt, kehrte von seinem mühsamen Tagewerkzurück. Aber jeder wußte, daß dieser Alte auch für ihn arbeite, daß ersein ganzes Leben an diese Arbeit gesetzt und sie seit fünfundvierzigJahren noch nicht einen einzigen Tag versäumt hatte! Jedermann sahauch die Früchte seiner Arbeiten, nah und fem, rund um sich her, undwenn man auf ihn blickte, so regten sich Ehrfurcht, Bewunderung, Stolz,Vertrauen, kurz, alle edleren Gefühle des Menschen.

52. Von der letzten Dienstreise des Königs

im August 1785.

In Hirschberg in Schlesien sind viele Tausende zusammengeströmt, um den Königzu sehen. Ein Augenzeuge erzählt:

Man las auf allen Gesichtern, daß man etwas Großes mit Freudenerwarte. Endlich kam er, der Einzige, und aller Augen waren mit demsprechendsten Ausdruck auf ihn gerichtet. Ich kann die Empfindungennicht beschreiben, die sich meiner und gewiß aller bemächtigten, als ichihn sah, den Greis, in der schwachen Hand den Hut, im großen Augefreundlichen Vaterblick auf die unzählige Menge, die seinen Wagenumgab und stromweise begleitete. Alle, die das Glück traf, ihn zu sprechen,waren über die väterliche Milde des großen Königs außerordentlich ge-rührt. Der ganze Tag war für die Stadt ein Festtag, und man sprachvon nichts, als daß der König so freundlich gewesen wäre und auf dieMenge so mit Wohlwollen geblickt hatte.

In der Nacht vom 16. auf den 17. August 1786 starb der König in denArmen seines treuen Kammerhusaren Strützky. Seine letzten Worte waren: „I-ü.

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