Die ostgermanische Wanderung (sog. Völkerwanderung). 233
Germanikus, der Sohn des Drusus, unternimmt 3 Rache-züge ins Innere Germaniens (12—16 n. Chr.).
Armin versucht die deutschen*) Stämme staatlich zu einigen;die Folge davon ist ein Krieg mit dem Markomannenfürsten Marbod.Armin bleibt Sieger, fällt aber im I. 21 durch Meuchelmord. —ä) Weitere Berührungen, feindliche und freundliche, zwischenRömern und Germanen.
69—70. Aufstand der Bataver unter Claudius Civilis.
Die Römer erstrecken ihre Herrschaft über das Neckarland alsZehntland (Dekumatenland), wo hinter dem schützenden Um«sRvmanns in bunter Mischung römische Soldaten und Veteranen,eingewanderte Gallier, Germanen und eingesessene Kelten wohnenund römische Hochkultur mit bäuerlicher Unkultur sich begegnet.166—180. Die Markomannen dringen ins römische Reich ein;Mark Aurel erwehrt sich ihrer nur mit Mühe, vermag sie abernicht zu unterwerfen.
Im 3. Jahrh, entstehen die Völkerbünde der Alemannen,Franken, Sachsen und Goten. Die Goten bedrängen die Römeran der Donau, die Franken gehen über den Rhein, die Alemannenebenso, werden aber 357 bei Straßburg von Julian besiegt.
II. Die ostgermanische Wanderung (sog. Völkerwanderung).
375. Die Hunnen, ein mongolisches Reitervolk, besiegen die (wohlnicht germanischen) Alanen und die Ostgoten und geben so denAnlaß zur Wanderung ostgermanischer Völker, besonders der Goten,Burgunder, Wandalen und Langobarden.
Die Westgoten überschreiten die Donau und besiegen
378 den Kaiser Valens bei Adrianopel.
395—410. Alarich führt die Westgoten nach Italien, wird von Stilicho,dem Feldherrn des weströmischen Reiches, bei Pollentia und Veronabesiegt, erobert 410 Rom und stirbt in demselben Jahre bei Cosenzain Unteritalien.
419—711. Das Westgotenreich, zunächst in Südfrankreich mit derHauptstadt Toulouse, später auch auf der Pyrenäenhalbinsel.
711. Sieg der Araber bei Xeres de la Frontera; Untergang des West-gotenreiches.
Die Vandalen ziehen
406 über den Rhein und wandern bis nach Spanien (der Name„Andalusien" erinnert noch an sie!).
*) Das Wort „deutsch", ahd. ttirttisc, anfangs von der Sprache im Gegen-satze zur tat. Kirchensprache gebraucht, dient erst seit Otto I. (in Italien schon 843)zur Bezeichnung der Volksangehörigkeit.