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Außerdeutsche Staaten und Türkenkriege.
g.) Innere Regierung: Ludwig XIV., der „Roi Folsil", nach Maza-rins Tode selbständig, vollendet die unumschränkte Fürsten-gewalt, die aber immer mehr die Form des höfischen oderausbeutenden Absolutismus , annimmt. „Alles durch denKönig, alles für den König;" ,,1'Xta.l c'est moi." Ludwig XIV.führt die Allgewalt (Omnipotenz) des Staates durch und vereinigtalle Fäden der Regierung in seiner Hand; neben ihm gibt es keineSelbständigkeit des Parlamentes (— oberster Gerichtshof in Paris,der sich eine Art Überwachung der Gesetzgebung angeeignet hatte),des Adels oder der Städte. Der Staat erscheint als sein persön-liches Eigentum: Staats- und Privatkasse sind nicht getrennt. Diekraftvolle Zentralisation hebt Frankreich rasch an dieSpitze aller Staaten, so daß es vorbildlich wird auf politi-schem und wirtschaftlichem Gebiete, in Sprache und Lite-ratur, in Sitte und Tracht.
Um die Finanzen zu heben, begründet der FinanzministerColbert das Merkantilsystem (Colbertismus), nach welchem dasGeld (Gold oder Silber) als der Hauptbestandteil, Gewerbe undHandel als die Hauptquelle des Nationalreichtums gelten und dasin folgenden Maßnahmen seine Verwirklichung findet: Ausschlußfremder Gewerbserzeugnisse durch hohe Zölle (Schutz- oder Prohibitiv-zölle); Einführung fremder Gewerbe; staatliche Bevormundung derGewerbe durch Vorschriften über die Beschaffenheit der Ware, durchStaatsmonopole usw.; Belebung des inneren Handels durch Ver-kehrswege (Oansl äu iniäi); Hebung des auswärtigen Handelsdurch Kolonien.
Ein Ausfluß des Absolutismus ist auch Ludwigs Kirchen-politik. Er verfolgt den Jansenismus und, bestärkt durch seinenBeichtvater Pöre la Chaise und die Frau von Maintenon, dieHugenotten („Dragonaden"; Aufhebung des Ediktes von Nantes1685).
b) Äußere Politik.
1667—1668. Erster Raubkrieg („Devolutionskrieg"). GegenSpanien.Bund zwischen Holland, England und Schweden. Friede zu Aachen;Frankreich erhält einige flandrische Städte, darunter Lilie.
1672—1679. Zweiter Raubkrieg. Gegen Holland.
1675. Schlacht bei Fehrbellin.
1678. Friede zu Nimwegen; Frankreich erhält die FreigrafschaftBurgund.
1679. Friede zu St. Germain (mit dem Großen Kurfürsten; „sxoriarealignis nostris ex 088 ibn 8 ultor").
1680. Einsetzung der Reunionskammern zu Metz, Breisach undBesaiMN.
1681. Wegnahme von Straßburg.