Band 
I. Teil.
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Uußerdeutsche Staaten und Türkenkriege.

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1688—1697. Dritter Raubkrieg. Ludwig erhebt im Namen, aberohne Zustimmung seiner Schwägerin Elisabeth Charlotte (Liselotte),der Schwester des letzten Kurfürsten von der Pfalz, Anspruch aufdies Land, das nach salischem Rechte an die pfälzische Linie Neu-burg gefallen war. Verwüstung der Pfalz durch Mölac auf Be-fehl des Kriegsministers Louvois; Speier, Worms, Mannheim,Heidelberg (1689) werden eingeäschert.

Friede zu Ryswick; Frankreich behält Straßburg und dieelsässischen Reunionen.

1701—1714. Der spanische Erbfolgekrieg.

Leopold I. (1657—1705) und Ludwig XIV., beide Schwagerdes letzten spanischen Habsburgers, bemühen sich um die Nachfolgein Spanien, jener für seinen zweiten Sohn Karl, dieser für feinenzweiten Enkel Philipp. Auf des Kaisers Seite stellt sich unterFührung Wilhelms III. von England die „große Allianz" zwischenEngland, Holland, Portugal, Brandenburg und dem größten Teilder Reichsfürsten; Bundesgenossen Ludwigs sind die Kurfürsten vonBayern und Köln, wie die Herzöge von Savoyen und Mantua.

Kriegsschauplätze: West- und Süddeutschland, die Niederlande,Italien und Spanien.

Große Feldherren der Verbündeten: Prinz Eugen und Herzogvon Marlborough.

Nach den Siegen der Verbündeten bei Höchstädt und Blind-heim (1704), Turin (1706), Oudenarde (1708) und Malplaquet(1709) droht Ludwig XIV. eine gänzliche Niederlage.

Da ereignet sich für ihn ein doppelter Glücksfall: Karl wirdnach dem Tode seines Bruders Joseph I. (1705—1711) auf denKaiserthron berufen (1711—1740); in England tritt an Stelle desWhigministeriums ein solches der Tones, das Marlborough ab-beruft.

So kommt für Ludwig der immerhin noch günstige Friede zuUtrecht 1713 zustande (mit dem Kaiser zu Rastatt, mit demReiche zu Baden im Aargau 1714): Philipp V. erhält die spanischeKrone mit den Kolonien, Österreich Belgien, Mailand und Neapel,England Gibraltar und die Hudsonbailänder, Neuschottland undNeufundland, Savoyen das Königreich Sizilien, das 1720 an Öfter-reich gegen Sardinien abgetreten wird (von da an ein „KönigreichSardinien").

Preußen erlangt die allgemeine Anerkennung seiner Königs-würde.

Die Vorherrschaft Frankreichs ist gebrochen.

1715—1774. Ludwig XV., zweiter Urenkel Ludwigs XIV. (bis 1723Regent Philipp von Orleans, ein Sohn der Liselotte).