Band 
I. Teil.
Seite
281
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Brandenburg-Preußen bis zum Ausgange Friedrichs des Großen. 281

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Tafelrunde Friedrichs des Großen: Jordan, Kayserlingk, Duhan,d'Argens, Algarotti, Lamettrie, Maupertuis, kurze Zeit d'Alembert,1750—53 Voltaire.

Anm.: Der Illustrator, insbesondere Sittenmaler des Fried-richschen Zeitalters ist Chodowiecki (spr. Kodowjetzki).

ä) Reformen des aufgeklärten Absolutismus in außerpreußi-fchen Staaten, z. T. unter Friedrichs Einfluß.

In Österreich arbeitet maßvoll Maria Theresia, sich über-stürzend Joseph II., ein glühender Bewunderer Friedrichs d. Gr.,an der Umwandlung des vielgliedrigen Staatsgefüges in einenEinheitsstaat mit deutschem Gepräge.

1781 Duldungsedikt, das den Protestanten im allgemeinengleiche Rechte wie den Katholiken gibt. Schließung von 700 Klösternbloß beschaulichen Mönchtums. Stellung des Kirchenwesens unterstaatliche Aufsicht. Aufhebung der Leibeigenschaft. Durchführungder deutschen Sprache als Amtssprache. Dadurch macht sich aberJoseph die nichtdeutschen Völker und die Kirche zum Feinde;viele seiner Neuerungen muß er widerrufen.

Zu segensreichen Reformen kommt es auch in Kursachsen(Friedrich Christian 17 »3, Prinz Xaver 1763—1768, Verweserfür den unmündigen Friedrich August III. 17 63—1827), inSachsen-Weimar (Karl August, Goethe), in Baden und An-halt-Dessau (wo Basedow sein Philanthropin gründet).

In vielen deutschen Kleinstaaten huldigt man jedoch weiterhindem ausbeutenden Absolutismus, in der Pfalz unter Karl Theodor,in Ansbach und Bayreuth, in Hessen-Kassel, Braunschweig, inWürttemberg unter Karl Eugen, in den meisten geistlichen Staaten.

In den romanisch-katholischen Staaten zeitigt die Ver-bindung von Aufklärung und Absolutismus die Ausweisung derJesuiten. Der gewaltige Reformminister Pombal in Portugaleröffnet den Kampf. 1773 Aufhebung des Ordens.

In Dänemark treffen König Friedrich V. (Verehrer Klop-stocks) und die Minister Struensee und Bernstorff Verbesserungen;in Schweden stellt Gustav III. ein starkes Königtum wieder her,wird aber 1792 von dem Gardeoffizier Anckarström ermordet.

s) Geistige Struktur des Friedrichschen Zeitalters.

Das Friedrichsche Zeitalter bringt die Aufklärung zur vollenEntfaltung. Aufgeklärt ist (nach Kant) wer den Mut hat, seinenVerstand zu gebrauchen. Die Aufklärung hat ihre Keime in derdeutschen Reformation, entwickelt sich aber erst in England (Herbertvon Cherbury, Shaftesbury, Locke, Hume) und überträgt sich von