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» Sliitim uns auch die Wissenschaften nicht den über-aus großen Vortheil gewahrten, daß sie dieTugend beförderten; und wenn wir daraus nichts andersals blosses Vergnügen schöpften: so müßten wir doch dieVerwendung unsrer Kräfte auf dieselben für die edelsteund schönste Beschäftigung cineS Menschen halten. Allesandere, woraus wir unsre Aufmerksamkeit richten, istvon solcher Beschaffenheit, daß wir weder zu allen Fei-ten, noch in jeglichem Alter, noch an den unterschiedli-chen Orten, wo wir uns aufhalten mögen, davon Ge-nuß haben können. Aber die Wissenschaften unterrichtenund bilden die Jugend, sie erfreuen das Alter; sie sindtm ruhigen Zustande des Glückes unser schönste Besitz,und in wiedrigen Zufällen biethen sie unS Zuflucht an,und geben uns Erquickung; sie unterhalten uns ange-nehm , wenn wir einsam zu Hause bleiben, und sie ver-hindern uns nicht in den Geschäften, die wir außer d^mHause zu verrichten haben; sie finden sich bey uns ein,wo wir immer übernachten mögen; sie begleiten uns aufdem Wege, wenn wir Reisen anstellen; sie wohnen mitizns auf dem Lande. Wenn wir auch selbst die Schwelleihres HeiltgthumS nicht betreten könnten; und wenn wirkeinen Ginn hätten, ihre Annehmlichkeit zu verkosten, somüßten wir sie doch um ihrer Vorzüge willen bewundern,wo wir sie an andern fänden. »
Cicero.
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luzern: