Buch 
Lese-Bibliothek zum Nutzen und Vergnügen aller Klassen Leser / Errichtet von Rathsschreiber Balthasar.
Entstehung
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^Zeder 2es«/ der «jets?/ was er thut, hat seine indiv iênelleAbsicht, die ihn zum Lesen treibt, und imLesen beseelt. Nachdemnun diese individuellen Absichten und ihre Einflüsse auf dieLektüre verschieden find, so ist es auch das Lesen. Wer liest,irm den logischen Scharfsinn zu üben, richtet seinen Blickauf die Richtigkeit der Begriffe, auf die Festigkeit der Schluß-folgen , auf den Zusammenhang der Sätze, auf die Bestimmt-heit des Ausdruckes, auf die Gliederreihen und Vollständigkeit-er Beweise. Wer liest, um seinen Geschmack zu bilden,bemerkt die verschiedenen Eindrücke auf sein Her;, die ver-schiedene Stellen machen; analyfirt das wechselnde Vergnü-gen , mit dem ihn das Neue, Erhabene, Wohlklin-gende, Unerwartete überraschet ; forscht nach den ge-heimen Kunstgriffen deS Verfassers, dir er angewandt ha-lben mag, das Lebendige des menschlichen Herzens zu treffen;ficht auf die feinen Wendungen und den Reichthumder Sprache, und noch mehr auf die Einfalt des Aus-druckes und Erhabenheit des Sinnes ; forscht den Quellenstarker Empfindungen, treffender Darstellungen, entzückenderSchilderungen, und edler Gefinnungen nach, die wie einereiche Ader das ganze Buch durchlaufen. Wer liest, umreligiöse Gefühle in sich zu wecken oder zu stärken,jernichtet alles andere um sich her, was nicht ewig, über-menschlich, göttlich heißt und läßt das Buch aus seinemHerzen machen, was es kann. Wer liest, um zukunstrich-t e r n, nimmt den Ellenstab seiner Lieblingsideen, und legtihn auf die Ideen des Verfassers hin, bemerkt, wo sie nachdem -Maßstabe zu lang oder zu kurz sind , oder wo sie mitihm gleiche Größe haben. Im ersten und zweyten Fallefehlt es dem Buche grob, im dritten hat es das Glück gelobtzu werden, ». f. w.

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