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Trachten und Sitten im Elsass / Text von A. Laugel ; Illustrationen von Ch. Spindler
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TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS

schiedene Kleidertrachten zu finden, so wird das wohl immer auf solchetieferen Gegensätze zurückgehen, und wenn wir uns dabei vorstellen, wiebedeutsam all diese Ausserlichkeiten einstmals gewesen sind, dann wirdes uns viel eher auffallend dünken, wie geringfügig diese Verschieden-heiten allmählich geworden sind.

Zum Schlüsse mag noch ein allgemeiner Rückblick auf die Umgebungvon Weissenburg gestattet sein. Ursprünglich bestand diese Gegend ausdrei Herrschaften: Sulz unterm Wald, Altenstadt und Kleeburg. Das erst-genannte Gebiet gehörte zu der Baronie von Fleckenstein und war zuletztim Besitze der Prinzen von Rohan-Soubise. Altenstadt stand unter demFürstbischof von Speyer als dem Probst von Weissenburg. Kleeburgendlich gehörte den Herzogen von Zweibrücken und gelangte durchJohann Kasimir, dessen Frau Katharina eine Schwester des Schweden-königs Gustav Adolph war, in den Besitz des schwedischen Königs-hauses. Karl Gustav, der Sohn Johann Kasimirs, bestieg nach derAbdankung der Königin Christine den schwedischen Thron und übertrugKleeburg seinem Bruder Adolph Johann, dessen Sohn Gustav Samuel es1718 wiederum mit dem Herzogtum Zweibrücken vereinigte. Von 1654bis 1718 stand die Herrschaft unter Schweden. Wenn also mancheim Kostüm der Umgegend von Weissenburg gewisse Verwandtschaftenmit schwedischen Kleidertrachten finden wollen, so ist das nicht ohneweiteres von der Hand zu weisen ; der 30 jährige Krieg hat tiefe Spurenim Eisass hinterlassen, und um die Mitte des 17. Jahrhunderts konntendie schwedischen Moden recht wohl im Eisass Eingang und einmaleingeführt, auch rasch weitere Verbreitung finden.