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TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS
Buchsweiler, Ingweiler, Pfaffenhofen, Wörth und Hatten. Das Gebieterstreckte sich also vom Rhein bis zu den Vogesen, rings um denHagenauer Forst herum. Dazu kamen zwei Enklaven: Westhofen beiWasselnheim und Wolfisheim bei Strassburg. Die Umgegend von Buchs-weiler führt heute noch den Namen Hanauerland oder s’Hanauische.
Um das elsässische Hanauerland zu durchwandern und eine Vor-stellung von dem ganzen Reichtum der Gegend zu bekommen, brauchenwir nur den interessanten Ausflug von Selz nach Niederbronn zu unter-nehmen. In Hatten lernen wir ein gar stattliches Dorf kennen mitprächtigen Bauernhöfen, die von den Höfen der Weissenburger Gegendwesentlich verschieden sind: sie liegen mit ihrer Langseite nach derStrasse zu, von der eine grosse Thoreinfahrt in den Hof mit den Wirt-schaftsgebäuden führt, während wir über eine kleine Freitreppe direktin die Wohnung gelangen. Gewöhnlich erhebt sich über dem Hauseein gewaltiges Dach, über dem noch die Kamine mit ihren grossen,künstlich verzierten Aufsätzen emporragen. Alsdann geht es weiter nachRittershofen, den beiden Betscbdorf, nach Surburg mit seiner ehr-würdigen Kirche, die bis in das neunte Jahrhundert zurückgeht. Weiterhinliegt Wörth in friedlichem kleinem Thale, an der Sauer mit ihremkristallklaren Wasser, von reichen Getreidefeldern und herrlichen Obst-bäumen rings umgeben, Wörth, Fröschweiler, Reichshofen, Morsbronn,Eisasshausen — lauter reizende Dörfer mit freundlichster landschaftlicherUmgebung — aber welch traurige Erinnerungen knüpfen sich an ihreNamen !
Am 22. Dezember 1795 lagerte dichter Nebel auf der froststarrendenErde. Ringsum auf dem Plateau von Fröschweiler leuchteten Wachtfeuer,an denen sich frierende Soldaten wärmten. Überall glänzte es vonWaffen; an besonders ausgewählten Punkten waren Verschanzungen auf-geworfen, aus denen die Kanonenrohre drohend hervorschauten. Es wardie Armee von General Wurmser, die hier an der Moder entlang einLager bezogen hatte. Von Drusenheim bis in die Nähe von Niederbronnhatte der genannte General am Rande des Hagenauer Waldes eine furcht-bare Verteidigungslinie hergerichtet, hinter der er sichere Winterquartierezu beziehen und ruhig den Fall von Landau, das bereits seit vierMonaten belagert wurde, abzuwarten gedachte. Die republikanische Armeeunter Pichegru mit Ferino, Michaud und Desaix, stand in der Ebene,nur wenige Meilen entfernt. In zahlreichen Gefechten hatten die Fran-