TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS
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wurde; um den Leib trägt er einen Gürtel,an dem ein Messer befestigt ist; rechtshängt eine Art Geldbeutel. Die auffallendweichen Stiefelschäfte reichen bis überdas Knie. An dem einen Bein ist auch derStiefel vollständig heraufgezogen, am an-dern fällt der obere Rand auf die Wadezurück ; die Stiefel müssen also entwederdurch Schnürlöcher an den kurzen Hosenbefestigt gewesen sein, oder sie waren durchKniebänder festgehalten. Am Fuss dieserTafel lesen wir folgende Inschrift:
Ich bin ein Elsasischer Baur,
Dem auch sein Nahrung wurt recht saur,
Der Statt ich nicht entrahten kan,
Nutz doch auch viel dem Bürgersmann.
XXII.
Rufticus ex agroAlfatico.
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Ein Elsässer Bauer (Taf XXIL.
L V 11 1.Ruftica Alfatica lacraaccedens.
Die «Evidens designatio» weist aucheinige Frauenkostüme auf. Tafel LV stellt eine Strassburger Gärtnerinauf dem Markte dar. Ihr Anzug ist dem ihres Mannes ziemlich ähnlich:dieselbe Kopfbedeckung und dieselbe Jacke, nur ist die Hose natürlich
durch einen Rock ersetzt. Auf Tafel LVIIIfinden wir eine elsässische Bäuerin, die indie Kirche geht. Der Rock ist sehr kurz,sodass die mit starken Schuhen bekleidetenFüsse vollständig sichtbar sind, in Faltengelegt und anscheinend am untern Randemit einer Borte verziert; er liegt straff aufeinem dicken Unterrock auf, den wir aufTafel LIX kennen lernen. Diese zeigt eineBäuerin auf dem Wege nach dem Markte,wieder mit der gleichen Kopfbedeckungund der gleichen Jacke; der Rock ist auf-genommen und um die Hüften zusammen-gerollt, um das Gehen zu erleichtern ;rechts hängt ein grosser Geldbeutel; auf\ =^=M dem Kopfe trägt die Frau einen rundenKorb, in der Rechten einen Weidenkäfig
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Eine Elsässer Bäuerin auf dem Wege zurKirche (Taf. LVJII).