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TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS
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Bauer (Taf. 88;.
nach oben gehalten werden; eine mitBorten und grossen Taschen verseheneJacke, Kniehosen, Strümpfe, starke Schuhe,ein Hemd, das um den Hals in einerKrause endigt, bilden die übrigen Bestand-teile dieses auffallenden Anzuges ; manfragt sich vergeblich, wo dieser Hut aufeinmal herkommt.
Das Kostüm der Bäuerin ist nichtweniger merkwürdig (Tafel 19 des Neu-druckes). Zunächst eine Art von hohemFez, wahrscheinlich ein um den Kopfgeschlungenes Stück Leinwand, dessenEnden auf die rechte Schulter herabfallen,mit einer Stickerei an der Seite. Um denHals eine Krause, die einen Teil des Hem-des selbst auszumachen scheint, dann einelange Jacke mit einem Pelzkragen, dessenEnden bis zur Taille gehen, ein sehr kurzer Rock mit einem Schnür-leibchen, endlich eine Schürze.
Diese Kostüme des Bauern und der Bäuerin sind also überaussonderbar, und haben deshalb begreiflicherweise die satirische Laune jenerZeit herausgefordert. Von Herrn Seyboth sind wir auf Karikaturenaus der Zeit um 1720 aufmerksam gemacht worden, in denen die beidenAnzüge ins Lächerliche gezogen sind. Sie tragen den Titel: ElsässerBaur und Elsässer Baürin, und sind ganz unverkennbare Parodien aufjene Zeichnungen von Schmuck. In welchen Gegenden des Elsasses einsolches Kostüm getragen wurde, haben wir nirgends feststellen können;dass sie nicht allgemeine Mode sein konnten, ist zweifellos und gehtschon aus der Thatsache hervor, dass in den Trachtenbüchlein vonSchmuck selbst zwei ganz verschiedene Typen abgebildet sind (Blatt21 und jj).
Auf Blatt 20 desselben Werkes finden wir noch ein Kostüm, dasfür uns von besonderem Interesse ist, das einer «Bauren-Braut». DieDorfschöne trägt genau den Anzug, den wir soeben beschrieben haben,nur statt des Fezes eine monumentale Krone von Flittergold mit auf-recht gestellten Quasten.