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Trachten und Sitten im Elsass / Text von A. Laugel ; Illustrationen von Ch. Spindler
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TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS

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Junge Leute aus Schleithal in der Wirtschaft.

bringen ; namentlich die Frauen schluchzen und jammern heftig, undwenn sie den Friedhof verlassen, stützen sie sich gewöhnlich auf denArm einer Freundin, wie wenn sie allein ihren Schmerz nicht zu tragenvermöchten.

Die grössten Übertreibungen sind unter diesen Umständen gangund gäbe. Man muss aber anerkennen, dass darin auch eine gewisseLogik steckt. Wenn der Bauer reich ist, so sollen die anderen Leutedas wissen, und er setzt seinen Stolz darein, durch sein Auftreten zuzeigen, dass er viel Geld hat ; ist er traurig, so sollen es die anderenLeute ebenfalls sehen, und in der Art und Weise, wie er das geltendmacht, zeigt sich nur der gleiche schlechte Geschmack, wie bei demZurschautragen des Reichtums. Sobald keine Zuschauer mehr da sind,kommt der Bauer schnell wieder zu sich, das heisst, er wird wiederein einfacher und schlichter Mensch. Sein wirklicher Schmerz dauertnicht übermässig lang ; er vergiesst einige Thränen in der Öffentlichkeitund schmückt das Grab mit Blumen, die dann alljährlich an Allerseelenerneuert werden ; überdies macht er jeden Sonntag seinen Rundgang

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