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Trachten und Sitten im Elsass / Text von A. Laugel ; Illustrationen von Ch. Spindler
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156
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TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS

Blsesheim i

Rolle spielt der Weihnachts-brand. Der Bauer glaubt, dassdas Holz besonders vom Pflau-menbaum, Kirschbaum oderder Eiche genommen werdenmüsse, und dass er um somehr nütze, je grösser ersei. Wenn er gut brennt, soist das ein gutes Zeichen,dass der Himmel seinen Segendazu giebt. Die Kohlen unddie Asche, die man sorgfältigsammelt, sind ausgezeichneteMittel um Drüsengeschwülstezu heilen; der Teil des Holz-stückes, den das Feuer nichtverzehrt, wird zum Ausbessern des Pfluges benutzt, man glaubt,dass dann die Aussaat viel besser einschlägt; einige Stückchen bewahrensich auch die Frauen bis zum Dreikönigstage auf, mit ihnen wird dasGedeihen der Hühnchen gefördert. Wenn man sich aber auf das Holz-stück setzen wollte, würdeman Furunkel bekommen;in diesem Fall müsste manneunmal unter einer Brom-beerranke durchgehen, diean beiden Enden angewach-sen ist.;» In dem Dauphinehat der Weihnachtsbrand den

1 Die verschiedenen photographi-schen Aufnahmen datiren ungefähr vonanno j86o, und wird man bemerken,dass die ländlichen Trachten sich soziemlich nach den städtischen Modenrichteten. Es ist unumstösslich gewiss,dass die Bäuerinnen der Photographie Iin dem Schnitte ihrer Röcke das Gebildeder Krinoline hervorzurufen suchten,gerade so wie ihre Kragen an gewisseBrustschleier erinnern die man zurselbigen Zeit trug.

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