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Trachten und Sitten im Elsass / Text von A. Laugel ; Illustrationen von Ch. Spindler
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TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS

geworfen, die das Zimmer mit einem unerträglichen Gestank erfüllten;erst nach einigen Tagen liess sich dieser mit Besprechungen und mitreichlicher Anwendung von Weihwasser wieder beseitigen.

Ebenso spielt der gespensterhafte Wagen in der Nacht seineRolle, der deshalb auch den Namen et Nacht wagen;» führt. Die Leute,die ihm einmal begegnet sind, konnten nicht recht unterscheiden,wer eigentlich im Innern des unheimlichen Fuhrwerks sass; sie be-haupten nur, der Wagen habe für sich allein so viel Lärm gemacht, wieeine ganze Batterie von Kanonen, die im Galopp über eine gepflasterteStrasse jagt. Dieser Wagen wird bald von schwarzen Rossen ge-zogen, die in einem gespensterhaften Gang daherkommen, bald gehter im Gegenteil ganz von sich allein, ohne jedes Gespann, alsoein teuflisches Automobil. Uebrigens scheint der Wagen noch ziemlichgnädig gegen die armen Menschen zu sein; es werden ihm wenigstenskeine grösseren Missethaten nachgesagt.

Wenn ein neugeborenes Kind hilflos in seiner Wiege liegt,fällt es nur zu leicht allen möglichen Zaubereien und Hexereien

zur Beute, gegen die man nicht genug auf der Hut sein kann.

Vor allem müssen die jungen Mütter und die Hebammen an Schutz

gegen das aDockala» oder «Dockele» denken, das in der erstenZeit nach der Geburt, bevor das Kind getauft ist, ganz besonders

zu fürchten ist. Das cDockalaD setzt sich gerne des Nachts den kleinenKindchen auf die Brust und verursacht ihnen viel Beschwerden, dienicht selten zum Tode führen. Die Gegenwart des Ungetüms bemerktman an der Entzündung des Nabels, durch den es dem Kinde allesBlut aussaugt, oder auch an Entzündungen auf der Brust oder endlichan- blauen und roten Stellen um den Hals und am ganzen Körper. Umdiesem unheimlichen Gaste den Zutritt zu wehren, legt man über dieWiege eine Krone, die in der Frohnleichnamsoktave geweiht wordenist, oder man bindet dem kleinen Kind eine Schnur um den Hals, anwelcher der Ehering der Mutter befestigt ist. Am allersichersten aberwird das Kind geschützt, wenn man eine geometrische Zeichnung ent-wirft, die aus zwei ineinander gezeichneten gleichseitigen Dreieckenbesteht; die ganze Zeichnung muss aber ohne Unterbrechung ineinem einzigen Zuge hergestellt worden sein. In der Regel wirddieses kabbalistische Bild von der Hebamme ausgeführt, die dasGeheimnis der Linienführung kennt; die Zeichnung wird dann an