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Trachten und Sitten im Elsass / Text von A. Laugel ; Illustrationen von Ch. Spindler
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TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS

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heutige Landesgrenze vor. Es wird sich wohl kaum mit Bestimmtheitfeststellen lassen, ob in diesem Thal das Französische wieder ver-drängt oder ob es überhaupt niemals recht eingeführt worden ist. Ausmehreren Gründen neigen wir mehr der ersteren Auffassung zu. Ein-mal treffen wir bis nach Leberau zahlreiche rein französische Bezeich-nungen an, wie Frarupt, Creusepre, Harangoutte u. s. w. ; ferner wirdin den meisten Höfen dieser Berge Patois gesprochen; endlich ver-liert sich das Französische von Leberau aus in der Richtung nachdem Westen, sodass Sankt Kreuz und Markirch ungleich mehr deutschsind als der erstgenannte Ort. Das schöne Leberthal mit seinen reichenSilberminen, das sich breit nach dem Eisass zu öffnet, hat sicherlichvon jeher auf die Bevölkerung der Rheinebene eine starke Anziehungs-kraft ausgeübt. Dazu gehörte das erwähnte Bergwerksgebiet den Herrenvon Rappoltstein, die gegenüber der benachbarten Herzogen vonLothringen guten Grund hatten, den deutschen Einfluss mit allen Mit-teln zu erhalten. Beachtenswert ist auch noch der Umstand, dass dieSprachgrenze südlich vom Leberthal, wie wir gesehen haben, wiedergenau die südliche Richtung einschlägt, die sie schon von Steige bisLeberau verfolgt hat, so dass man in der That den Eindruck eines Vor-stosses der deutschen Sprache in ehemals französisches Sprachgebiethaben muss.

Südlich von dem Leberthal, nach Altweier zu, zieht sich dieGrenze über die Berge hinüber in das Weissthal. Es mag hier wieder-gegeben sein, was This in der zitierten Schrift von Altweier sagt:«Man unterscheidet das <l welsche» Dorf und das ddusche» Dorf. Daswelsche Dorf (198 Einwohner = 2 / 3 ) spricht patois und französischund ist katholisch; es bildet den eigentlichen Kern, den zusammen-hängenden Teil des Dorfes. Die deutsch sprechende Bevölkerung(95 Einwohner = l / 3 ) ist protestantisch und wohnt meist auf zerstreuten,gegen Markirch liegenden Gehöften. Auch diese Protestanten werdeneingewandert sein. Früher waren auch Mennoniten in Altweier. Aufdem katholischen Kirchhofe sind die Inschriften alle französisch, auchdie Namen sind mit einer Ausnahme französischen Ursprungs. Aufdem protestantischen Kirchhof sind die Inschriften alle deutsch, auchdas Missionskreuz, das aus dem Jahre 1862 ist.

Von Altweier nach Urbach geht die Sprachgrenze an dem Ge-meindewald von Sigolsheim entlang, dann in das Weissthal hinab, auf