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TRACHTEN UND SITTEN IM ELSASS
Die Consonanten werden vielfach weggelassen und man sagt diabestatt diable, teure statt tendre, do sale statt du seigle, dchwd stattcheval, dj'adin statt jardin. Andere wiederum werden sehr wesentlichverändert: so wird bl zu y in taye statt table, chtaye statt etable;ch wird manchmal zu ss oder s\ brause statt brauche, esseve stattachever; das g verwandelt sich in v: vouade statt garder.
Von merkwürdigen Wörtern französischen Ursprungs mögen hierangeführt sein: allandre (Schwalbe); bacelle (Mädchen); beeten (Loch),cheure (fallen); li chline (die Henne); domm hall (Magd); euchi (aus-gehen); fidgere (Rauch); lo fouoch (der Ofen); heudge (Kasten); dchere(fallen); vot oder vö (der Wind).
Endlich noch —■ nach Ravenez 1 — einige Wörter, bei denen sichweder deutsche noch französische Herkunft nachweisen lässt:
Aitschegeon
Grind,
Eplue
Funke,
Baichatte
Mädchen,
Geainyai
lügen,
Bane
blind,
Lavon
Brett,
Baniquiart
schielend,
Nonnai
kosten,
Bat
Kröte,
Gyaisse
Ofen,
Benni
Brunnen,
Gyendre
Haselstaude,
Boene
Ente,
Gyentschi
Garten,
H’na oder chenache
Taichyate
Klinke,
oder dschenäi
Hexenmeister,
Vocteusse
Asche.
Es würde uns viel zu weit führen, wollten wir noch näher aufdiese Frage und insbesondere auf die Bemerkungen von Ravenez ein-gehen. Wir müssen uns mit dem blossen Hinweis begnügen, dasshier offenbar eine Reihe von höchst merkwürdigen Wortbildungenvorliegt, und es im übrigen grösseren Sprachgelehrten überlassen, überden Ursprung dieser Ausdrücke sich den Kopf zu zerbrechen.
Gleichwie die Sprache eines guten Teiles der Vogesenbewohnerwesentlich von der Sprache des übrigen Elsasses abweicht, ebenso lassenauch die Wohnungen in den Bergen auf den ersten Blick einenbesonderen, von der Ebene ganz verschiedenen Karakter erkennen. Esmuss eben hier mit ganz anderen Bedürfnissen gerechnet werden alsdraussen im Flachlande, daher ist bei diesen Wohnungen auch einewesentlich andere Bauart erforderlich: die Wohnzimmer, die Scheune,
1 Alsace illustrtfe, I , S. 2o5.